Und schon sind sie wieder weg
Viele Zugvögel sind jetzt schon wieder auf dem Weg in ihr Winterquartier. So auch die farbenprächtigen Pirole, die in‘s tropischen Afrika fliegen. Sie haben dabei keine besondere Zugroute, sondern nehmen den direkten Weg ins Überwinterungsgebiet.
Von diesem wunderschönen Vogel erzählt folgende Geschichte:
Der Pirol und die Sonne
Einst, vor langer, langer Zeit, hatte der Pirol kein gelbes Federkleid wie heute, er war grau mit schwarzen Flügeln. Keiner der anderen Vögel aber sang so freudig und so hingebungsvoll, wenn am Morgen die Sonne aufging. Gerade deshalb, weil er selber so unscheinbar war, bewunderte der Pirol alles, was schön war. Und konnte es etwas Schöneres geben als die Sonne? Wie sie leuchtete, wie sie strahlte! Um ihr nahe zu sein, baute der Priol sein Nest hoch über dem Erdboden, im allerhöchsten Wipfel. Tag für Tag, Morgen für Morgen, wenn die Sonne emporstieg, erblickte sie dort oben den grauschwarzen Vogel und hörte sein Lied. Eines Morgens sah sie, wie der Priol weinte. „Warum weinst du?“, fragte die Sonne. „Ich weine vor Freude, weil du so schön bist.“, antwortete der Priol. „Ich weine vor Glück, dass es dich gibt.“ „Tag für Tag, jeden Morgen“, sagte die Sonne, „erfreust du mich mit deinem Lied. Hast du einen Wunsch, den ich dir erfüllen kann?“ „Ja, ich habe einen.“, sagte der Pirol. „Ich hätte so gern ein Federchen, ein einziges nur, das so hell leuchtet wie du.“ Die Sonne berührte ihn mit ihren Strahlen und nicht nur ein Federchen, das ganze Federkleid wurde leuchtend gelb. Bis auf die Flügel und ein Teil vom Schwanz, die waren schwarz geblieben – aber das sah besonders hübsch aus. So ist es heute noch. Und noch immer baut der Pirol sein Nest in den allerhöchsten Wipfeln. Und jeden Morgen, Tag für Tag, begrüßt er die Sonne mit seinem Lied.







