Der Steinkauz ist eine kleine Eulenart von ca. 23cm Größe, die man nicht selten auch am Tag auf Pfosten oder Masten sitzen sieht. Seine Verbreitung geht in Mitteleuropa stark zurück, da zum einen die Lebensräume der Steinkäuze zerstört werden und er dadurch keine geeigneten Brut- und Jagdgebiete mehr findet. Zum anderen ist der zunehmende Straßenverkehr ein Problem für den Steinkauz, da er niedrig über den Boden fliegend jagt und dabei dann von Autos erfasst wird. Auch in Leverkusen hat der Bestand sehr stark abgenommen, so dass wir 2020 nur noch von ca. 3 Brutpaaren ausgehen können.

Der Steinkauz

Der Steinkauz bewohnt offenes Gelände mit einzelnen Bäumen oder Baumgruppen mit niedriger Vegetation. In Leverkusen sind die Streuobstwiesen mit altem Baumbestand und die alten Kopfweiden in unseren Flussauen ein wichtiger Lebensraum, den es zu schützen gilt. Der Steinkauz ist relativ standorttreu und besetzt ein einmal gewähltes Revier oft lebenslang.

Er jagt bevorzugt auf dem Boden und ernährt sich von InsektenRegenwürmern und auch kleineren Tieren, die er mit seinen an die Dunkelheit angepassten großen gelben Augen erspäht.

Als Brutplatz dienen dem Steinkauz die Höhlen alter Bäume oder Mauerlöcher in Gebäuden. Dort legt er Ende April 3-5 Eier direkt auf den Boden der Höhle. Sie werden dann ausschließlich vom Weibchen ausgebrütet. Dort wo es leider keine alten Bäume mehr gibt helfen die Naturschutzverbände mit dem Aufhängen von speziellen Steinkauznisthilfen – den Steinkauzröhren.

Erfolg beim Schutz des Steinkauzes 2014 in Lichtenburg

Es ist eine echte Erfolgsgeschichte mit Happy End in Leverkusen-Lichtenburg: durch die 6-wöchige Sperrung des Alt Steinbücheler Weges sind die Jungen der Steinkäuze in 2014 wohlbehalten über die ersten Wochen ihres Lebens hinweggekommen!

Die Idee zu dieser Straßensperrung entstand aufgrund eines Artikels im Leverkusener Stadtanzeiger. Aufgrund des abgedruckten Fotos des Steinkauzes in Lichtenburg sprachen Leverkusener Naturschützer den damaligen Oberbürgermeister Buchhorn auf die Probleme der kleinen Käuze an. Nach umfangreichen Prüfungen und Abstimmungen konnte am 11.06.2014 erstmals der Alt Steinbücheler Weg gesperrt werden. Die Anwohner der umgebenden Straßen zeigten viel Verständnis und unterstützen die kurzzeitige Sperrung – ein herzliches Dankeschön an dieser Stelle!

In Leverkusen gibt es nicht mehr viele Steinkäuze, denn sein hauptsächlicher Lebensraum – die Obstwiesen mit altem Baumbestand – verschwinden leider immer mehr aus dem Landschaftsbild – die „Bergische Obstkammer“ ist in Leverkusen längst Vergangenheit.
Im Bereich Lichtenburg gibt es sie jedoch noch und dort lebt auch ein Brutpaar dieser 23cm großen, sympathischen Eule.

Die alte Kulturlandschaft der Obstwiesen ist ideal für den Kauz, denn dort findet er geeignete Brut- und Jagdgebiete. Er brütet dort in den Höhlen der alten Bäume. Die Leverkusener Naturschutzverbände unterstützen ihn zusätzlich durch das Aufhängen von speziellen Steinkauznisthilfen – den Steinkauzröhren.

Die kleine Eule ernährt sich von Regenwürmern, Schmetterlingen, Heuschrecken, Frösche und Mäusen, die sie auf nicht zu hoch gewachsenen  Wiesen findet. Dazu fliegt sie niedrig über den Boden und in der modernen Welt auch über die Straße. Aber auch „zu Fuß“ fangen sie auf der Straße Insekten. Genau diese beiden Verhaltensweisen werden ihnen dann zum Verhängnis, denn dabei können sie  leicht von Autos erfasst werden. Nicht nur in 2013 sind auf diese Weise junge Steinkäuze in Lichtenburg zu Tode gekommen.

Es sind viele Gespräche zum Schutz der jungen Steinkäuze geführt worden: mit den Landwirten bzw. Grundstückseigentümern, der Bezirksvertretung, der AVEA, der Feuerwehr und dem Straßenverkehrsamt. Ziel war es, eine möglichst große Akzeptanz zu erreichen und sinnvolle Lösungen zu finden. Und die geeignete Lösung war die kurzzeitige Sperrung des Alt Steinbücheler Weges. Und am 11.06.2014 war es dann erstmals soweit: die jungen Steinkäuze wurden flügge und die 6-wöchige Sperrung des Alt Steinbücheler Weges begann. Bis zum 22.07.2014 mussten die Anwohner den kleinen Umweg über die Straße An der Lichtenburg und Am Steinberg zum Krummen Weg nehmen und wurden darüber im Vorfeld durch ein Schreiben der Stadt und einen Flyer der NABU-Naturschutzstation Leverkusen–Köln informiert.

So ist durch die gemeinsamen Bemühungen ein kleiner Schritt zur Erhaltung unserer heimischen Natur erzielt worden. In vorbildlicher Weise nahmen die Betroffenen die Einschränkungen in Kauf und die jungen Steinkäuze haben die Möglichkeit, die Welt zu bereichern. Und da die sympathischen Eulen relativ standorttreu sind, können wir auch nächstes Jahr hier wieder auf Nachwuchs hoffen.

Bruterfolg 2015

In diesem Jahr haben sogar zwei Steinkauz Pärchen in Lichtenburg gebrütet! Wenn die Jungen das „Ästlingsalter“ erreicht haben, verlassen sie die Höhlen und halten sich in der Nähe des Nistplatzes auf. Aus dem Grund erfolgt in altbewährter Weise wieder für den „kritischen“ Zeitraum eine Straßensperrung, um die jungen Steinkäuze zu schützen. Auch das ZDF hat in seiner Sendung Terra Express am 22.02.2015 über die Steinkäuze an der Lichtenburg berichtet.

Auch 2016 wieder ein Bruterfolg!

In diesem Jahr könnten wir mindestens drei junge Steinkäuze begrüßen! Wenn die Jungen das „Ästlingsalter“ erreicht haben, sind sie in der Dämmerung gut zu beobachten. Die Straßensperrung während des „kritschen“ Zeitraums wurde auch in diesem Jahr wieder in altbewährter Weise dirchgeführt, um die jungen Steinkäuze, die ihr Futter auch auf der Straße suchen, zu schützen.

Auch 2018 wieder Verkehrsberuhigung

Im Einvernehmen mit den Einwohnern und den Landwirten wurde auch 2018 wieder die Straße, die das Steinkauz Revier durchquert für drei Wochen gesperrt (18.6. bis 13.7.). So konnten wir auch dieses Jahr die jungen Steinkäuze wieder davor schützen, auf der Straße von Autos angefahren zu werden.

Wir machen weiter!

Wir werden uns auch in den kommenden Jahren immer wieder für eine Verkehrsberuhigung dieses Bereiches einsetzen, damit diese seltenste Eule von Leverkusen dort weiter ihre Jungen erfolgreich aufziehen kann.