Die Wildbirne (Pyrus pyraster)

Baum des Jahres 1998

Der Birnbaum, so wie er heute in unseren Gärten steht, war einmal ein kleiner, struppiger Baum mit aufrechten, dornenbesetzten Zweigen, der saure, holzige Früchte trug.

Fossilfunde gedörrter Birnenhälften aus dem Neolithikum (3000 - 1900 v. Chr.) zeigen die frühe Wertschätzung dieses Baumes durch den Menschen. Sein hartes, fein und gleichmäßig gemasertes Holz bevorzugten vor allem Holzschnitzer und Bildhauer. Bereits im 1. Jhd. nach Chr. übernahmen die Römer veredelte Arten von den Griechen und kultivierten über 40 Birnenarten in ihren Gärten. Heute wächst die Wildbirne noch verstreut in den Wäldern Europas. Wenn im Frühjahr die weißlichen Blüten an den dunklen Ästen leuchten, kommen viele Insektenarten zur Nahrungsaufnahme, und im Herbst lassen sich Vögel und Wildtiere die braungelben Früchte schmecken.

Um diese ökologisch wertvolle und ästhetisch reizvolle Art zu schützen, zu erhalten und neu anzusiedeln, wurden in den letzten 10 Jahren landesweit die über 250 erfaßten Exemplare für Nachzuchtzwecke zum Teil beerntet. Im Rahmen des Artenerhaltungsprogrammes setzt sich die "Schutzgemeinschaft Deutscher Wald" auch gezielt für die Wildbirne ein.