Die Katze lässt das Mausen nicht

Gefährliche Zeit im Federkleid

Viele Leverkusener haben es im eigenen Garten erlebt: die Anzahl der Vögel an Futterstellen ist im Winter 2016/2017 dramatisch gering gewesen. Umso mehr müssen wir unsere gefiederten Freunde in jeder Weise unterstützen

Der Frühling ist Brutzeit bei unserer Vögel - es ist auch eine sehr gefährliche Zeit für sie.
Beschäftigt mit Wohnungs- und Partnersuche, Nestbau und Revierkämpfen, vernachlässigen sie schon mal die sonst angeborene Vorsicht vor Feinden.
Am besten eingestellt sind sie auf die natürlichen Feinde, wie Greif- und Eulenvögel, Marder, Iltisse und Wiesel, ferner in Bezug auf die Gelege auch auf Rabenvögel und Eichhörnchen. Also, viel Feind, viel Ehr? Ja und nein! Mit den natürlichen Feinden kommen Vögel eigentlich gut klar und ihr Warnsystem funktioniert hervorragend auch artübergreifend.
Kommen jedoch überproportional viele freilaufende und verwilderte Hauskatzen hinzu, so wird es eng und kann den Erhalt ganzer Vogelarten regional bedrohen. Immerhin haben wir in Deutschland 8 Millionen Hauskatzen: wenn jede Katze nur 1 Vogel pro Jahr fängt, sind das schon 8 Millionen getötete Vögel!

Auch für Jungvögel sind Katzen eine große Gefahr. Junge Vögel sind noch sehr unerfahren und ungeschickt und erkennen die Gefahr, die von Katzen ausgeht nicht. Sie werden leider immer wieder Opfer von Hauskatzen.

Deshalb der Appell der Naturschutzverbände NABU und BUND an alle Katzenhalter, ihren Lieblingen in der Zeit von März bis Juni den Freigang zeitlich und wo möglich auch räumlich einzuschränken.
Dämmerungs- und Nachtzeiten sind am ehesten geeignet, die Jagd der Samtpfoten auf Mäuse und andere dämmerungs- und nachtaktive Säugetiere zu beschränken.
Der Freigang mit gefülltem Magen könnte ebenfalls ein probates Mittel zum Schutz unserer Vögel sein.
Ob Glöckchen am Halsband hilfreich sind, bezweifeln die Naturschützer eher, weil der Glockenklang wohl in den üblichen Umgebungsgeräuschen als unbedenklich aufgeht.

Die Brisanz dieses Themas zum Erhalt der Vielfalt der Vögel in Gärten und der Landschaft wird durch die Feststellungen jahrelanger Forschung zum Artenrückgang eindrucksvoll unterstrichen.
Viele ehrenamtliche „Laienforscher“ haben mit den Ergebnissen aus der Zählung der Wintervögel, meist am Futterplatz, und der Stunde der Gartenvögel die Dezimierung und den Verlust einiger Arten eindrucksvoll nachgewiesen.

Selbst Tier- und Katzenfreunde, werden hoffentlich alles zum Schutz unserer Vogelwelt tun, auch ihren Kätzchen ein wenig auf die Tatzen schauen.

Den Rest besorgen naturnahe Gärten und intakte Landschaften mit Nist- und Versteckmöglichkeiten sowie jede Menge Leckereien für starke und gesunde Populationen von Vögeln, die ihren natpürlichen Feinden trotzen können und es uns mit herrlichem Gesang danken.

(Rainer Morgenstern)


Vogelschlag an Glas

Nach der Zerstörung der Lebensräume wird das Vogelsterben an Glas mittlerweile  als zweitwichtigster Grund für die Gefährdung von Vogelbeständen weltweit angesehen.
Deutschland hat wegen seiner dichten Besiedelung und Gebäudedichte ein besonders hohes Gefährdungspotential, denn Glas liegt im Trend:

  • verspiegelte Glasfassaden von Bürogebäuden, Verkaufsräumen, Behörden etc.
  • Windschutz bei Restaurants, Aussichtsplattformen,etc
  • repräsentative Eingangshallen von Gebäuden
  • Fahrgastunterstände
  • Fahrstuhlschächte und Treppenhäuser
  • Haus und Garten (Trend zu großen Fenstern und Glas-Windschutz)
  • transparente Lärmschutzwände
  • Glasabgrenzungen in Zoos
  • ...

Entsprechend steigt die Zahl der Vogelopfer!

Eine Borschüre zum downloaden finden sie unter : www.bund-nrw.de

mehr Infos...


Nistkästen

Der Lebensraum von Vögeln wird immer weiter eingeschränkt und natürliche Nistmöglichkeiten  schwinden: Hecken verschwinden aus dem Landschaftsbild, Bäume werden gefällt und durch die Dämmung von Häusern gehen wichtige Brutmöglichkeiten verloren. Höhlenbrüter wie Spatzen, Schwalben, Meisen usw kann man helfen, indem man entsprechende Nistkästen aufhängt.


Nisthilfe für Mauersegler

BUND integriert Nisthilfen in wärmegedämmte Hauswände

Wohnungsbau für Spatz & Co.

Eine energetische Gebäudesanierung im Einklang mit der Natur ist möglich! Dafür engagieren sich seit vielen Jahren die Leverkusener Naturschutzverbände BUND und NABU.
Im Rahmen des Projektes „Platz für Spatz & Co.“ konnte aktuell wieder bewiesen werden, dass es geht.
„Bei der Sanierung einiger Gebäude in der Heymannstr. (Nr 28, 30, 34, 36, 38 und 40) sowie in der Karl-Krekeler-Str. (Nr 10, 16 und 20) wurden gemeinsam mit der Baugesellschaft Vivawest Wohnen GmbH erfolgreich mehrere Nisthilfen eingebaut“, erklärt Ingrid Mayer, Sprecherin der BUND Kreisgruppe Leverkusen. Ein weiteres Gebäude in der Heinrich-Heine-Str. (Nr 15) ist bereits zur Ausstattung mit Nisthilfen vorgesehen.

Durch die Modernisierung und Sanierung von Gebäuden verlieren viele Tiere ihre Quartiere in Nischen und Hohlräumen von Hauswänden und Dächern. Bei der Sanierung kann man in die Hauswände jedoch Nisthilfen integrieren und bietet so Haussperlingen, Hausrotschwänzen, Mauerseglern, Mehlschwalben und auch den nützlichen Fledermäusen eine neue Heimat.

Ingrid Mayer ist sicher, dass die neuen Nistplätze in der kommenden Brutzeit gut angenommen werden und wünscht sich, dass solche einfachen Maßnahmen auch an Privathäusern „Schule“ machen.

Die Nisthilfen in Leverkusen sind ein Teil des Projektes „Platz für Spatz & Co.“ des NRW Landesverband des BUND, mit dem in NRW bis jetzt schon mehr als 1.000 zusätzliche Nistmöglichkeiten durch Integration in die neuen Wärmeverbundsysteme geschaffen wurden.
„Mit diesem Konzept lassen sich Klima- und Naturschutz trefflich miteinander verbinden“, so die Leverkusener BUND-Sprecherin.

Mehr Informationen unter www.gebaeudebrueterschutz.de


Nistkastenbetreuung – ein Beitrag zum Artenschutz


In jedem Frühjahr lauschen wir  dem Gesang der Vögel, erfreuen uns das ganze Jahr über an ihrer bunten Vielfalt – und lesen mit Erschrecken, dass die Rote Liste der gefährdeten Arten immer länger wird. Ein Grund mehr, dieser Entwicklung mit allen Mitteln entgegen zu wirken. Eines dieser Mittel ist, den aus vielerlei Gründen immer größer werdenden Mangel an geeigneten Brutplätzen vor allem für Höhlenbrüter durch das Anbringen künstlicher Nisthilfen zu kompensieren.

Seit über vierzig Jahren warten über 200 Vogelkästen im Leverkusener Stadtgebiet Jahr für Jahr darauf, im Herbst oder im zeitigen Frühjahr gereinigt zu werden, damit der nächste Mieter wieder eine ungezieferfreie Wohnung vorfindet. Wer mit offenen Augen über die städtischen Friedhöfe geht, den Wuppermannpark besucht oder an der Dhünn entlang spaziert, entdeckt sicher den einen oder anderen der rot oder braun gestrichenen Holzbetonkästen, die Naturschützer wie Helmut Brune und Josef Berger, Günter Neumann und Erich Schulz, Roswitha Massau-Müller und Hans-Günther Läuferts, Ingo Fahne und Walter Mielentz und nicht zuletzt Hans Exler im Laufe der Jahre gewissenhaft kontrolliert haben und zum Teil immer noch betreuen.

Klar, dass Nistkastenkontrolleure dabei die unterschiedlichsten Erfahrungen machen:
- Nur noch ein Nagel zeugt davon, dass an diesem Baum einmal ein Nistkasten hing – hoffentlich hat der Dieb ihn wenigstens anderswo wieder aufgehängt!
- Hier fehlt eine Türe – da muss Ersatz geschaffen werden.
- Der schützende Anstrich muss dringend erneuert werden!
- Der Nistkastenbaum ist gefällt worden – nur manchmal lohnt es sich, den Boden ringsumher abzusuchen.

Spannender ist es natürlich, entweder durch Zwischenkontrollen oder Analyse des Nistmaterials zu erkunden, welche Bewohner der Nistkasten beherbergt. Hauptnutzer waren und sind Kohl- und Blaumeisen, aber auch der Kleiber ist nach wie vor Dauermieter. Er verursacht allerdings die meiste Arbeit, da er Flugloch und Ritzen derart verklebt, dass man der Klebemasse aus Lehm und Speichel nur mit Hammer und Meißel zu Leibe rücken kann.

Den früher so häufigen Sperling finden die Betreuer inzwischen ebenso selten wie Gartenrotschwanz und Trauerschnäpper, Grauschnäpper und Tannenmeise.
Nicht nur für unsere gefiederten Mitbewohner, sondern auch für manche Insektenarten sind die Nistkästen eine willkommene Brutstätte. Hummeln, Wespen und Hornissen nutzen immer stärker die Vogelkästen, um ihre Brut aufzuziehen, allerdings meistens erst, wenn die Vögel ausgeflogen sind.
Ein „Nachmieter“ kann auch der nachtaktive Siebenschläfer sein - ihn verraten dann seine Kotspuren – und manchmal erwischt man auch ihn selber.

Im Jahr 1974 brachte Helmut Brune auf dem Friedhof Scherfenbrand an einem von Kohlmeisen belegten Nistkasten mit neun Jungvögeln eine Zählvorrichtung an, um die Anzahl der Anflüge während der Fütterungszeit zu ermitteln. Waren es am 6. Tag 265, so stieg die Zahl am 13. Tag auf 785, um dann bis zum 16. Tag auf  602 zu sinken – stellen Sie sich die Menge an Insekten vor, die da verfüttert wurde: ein Beweis für den immensen Beitrag zur Schädlingsbekämpfung, den diese Vögel leisten!

Allen Nistkastenbetreuern, die ihre Arbeit mit solcher Verlässlichkeit tun – und ohne viel Aufhebens davon zu machen! -, danken wir herzlich!