Mehlschwalbe im Flug

Die Mehlschwalbe (Delichon urbica)

Jeder kennt die Mehlschwalbe als Bote des Sommers – mit der weißen Unterseite und blauschwarzen Oberseite mit weißem Bürzel ist sie leicht zu erkennen.

Die Mehlschwalbe ist gesellig und brütet meist in größeren Kolonien. Die halbkugeligen Nester werden aus Lehm und Schlamm unter Dachvorsprüngen gebaut – innen sind sie mit Federn gepolstert.

Die Mehlschwalbe brütet 1-2mal im Jahr. Die weißen Eier werden von beiden Elternteilen ausgebrütet. Wenn die Jungen geschlüpft sind, dauert es noch 4 Wochen, bis sie selber fliegen können. Während dieser Zeit füttern beide Eltern ihre Jungen mit Insekten, die sie im Flug fangen. Nicht nur diese Eigenschaft macht sie bei vielen Mitbürgern beliebt. Es ist beeindruckend, mit  welchem atemberaubenden Tempo sie dann die Einschlupföffnung am oberen Rand des Nestes anfliegen.

Die kleinen Schwalben sind reinliche Tiere und geben ihren Kot über den Nestrand nach außen hin ab. Gartenliebhaber schätzen diesen als guten Dünger. Damit das „Geschäft“ auf Gehwegen nicht „unangehm“ auffällt empfiehlt sich ein Kotbrett direkt unter dem Nest, welches zuverlässig den Naturdünger aufsammelt.

Die Mehlschwalbe ist in Leverkusen selten geworden. In der Vogelzählung „Stunde der Gartenvögel“ ist 2013 ein Rückgang um 75% zu verzeichnen gewesen! 2014 ist in Leverkusen zwar ein Aufwärtstrend zu beobachten, jedoch ist der Stand von 2008 noch längst nicht erreicht: damals waren ca 5mal so viele Mehlschwalben wie heute in Leverkusen!

Rauchschwalbe am Nest

Die Rauchschwalbe (Hirundo rustica)

An ihrer roten Kehle und ihrem schwarzen Halsband ist die Rauchschwalbe leicht zu erkennen. Zudem hat sie den typischen langen, mit Punkten versehenen Schwanzfedern, der sie von der Mehlschwalbe unterscheidet. Ihr Gesang ist ein melodisches Geplauder aus zwitschernden und schnurrenden Lauten.

Ihre Nahrung besteht vor allem aus Fliegen, Bremsen und anderen Insekten, die sie im Flug fängt.
Rauchschwalben brüten 2-3mal im Jahr. Sie bauen ihre Nester in Ställen, Kellergewölben und Hausfluren. Das Nest ist tassenförmig und wird aus Schlamm und Halmen gebaut – innen ist es mit Federn ausgekleidet. Die Eier werden zumeist vom Weibchen ausgebrütet – die Fütterung übernehmen dann aber beide Elternteile.

Rauchschwalben sitzen selten auf dem Boden. Selbst zum Trinken setzten sie sich nicht, sondern fliegen mit geöffnetem Schnabel über die Wasseroberfläche und nehmen so Wasser auf.

Bei der Vogelzählung „Stunde der Gartenvögel“ hat die Rauchschwalbe ebenso wie die Mehlschwalbe 2013 einen starken Rückgang um 57% zum Vorjahr verkraften müssen. Der Brutbestand hat sich erfreulicherweise in 2014 wieder leicht erholt!


Der Mauersegler (Apus apus)

Vogel des Jahres 2003

Pünktlich ab dem 1. Mai flitzen sie in Leverkusen wieder über die Wupper, schießen pfeilschnell zwischen den Häusern in Wiesdorf umher und stoßen dabei ihre schrillen Rufe aus: Die Mauersegler sind zurückgekehrt aus ihren südlich der Sahara gelegenen Überwinterungsgebieten. Auf ihren Tausende von Kilometer langen Zugstrecken können sie sich nicht – wie etwa die Seeschwalbe – für kurze Zeit auf dem Wasser ausruhen oder auf Eisbergen Rast machen, da ihre Beine und Füße bis auf vier gekrümmte, nadeldünne Krallen, mit denen sie sich nicht wieder vom Boden abstoßen könnten, zurückgebildet sind.

Der wissenschaftliche Name Apus apus kommt aus dem Griechischen und bedeutet soviel wie „fußlos“. Die unter das Gefieder gesteckten Füße, der Körperbau mit den langen, sichelförmigen Flügeln und der kurze gegabelte Schwanz weisen wie bei kaum einem anderen Vogel auf die enorme Anpassung an den Lebensraum hin. Mauersegler sind – wie Horst Stern sagt – „Kinder der Lüfte“, mit nur zwölf Flügelschlägen pro Sekunde kommen sie auf Geschwindigkeiten von 60 – 100 km/h. Nahezu ihr ganzes Leben spielt sich im Luftraum ab: Sie jagen meist in großer Höhe, wobei sie gezielt in der Luft schwebende Insekten anfliegen und erst beim Zugreifen den Schnabel öffnen. Da die Flughöhe mit dem Nahrungsangebot schwankt, kann man sie bei schlechtem Wetter auch flach über dem Boden fliegen sehen. Blattläuse, Käfer, Fliegen und Hautflügler sind ebenso wie Bienen, Wespen oder Ameisen bevorzugte Beutetiere.

Auch ihren Durst stillen sie natürlich fliegend, indem sie im schnellen, geraden Gleitflug Wasser aufnehmen. Die Paarung, die Gefiederpflege und das Sammeln von Nistmaterial – leichte Halme, Blätter und Federn, die mit Speichel zusammengeklebt werden – erfolgen, wie sollte es anders sein, im Flug; nicht einmal zum Schlafen verlassen sie ihr Element Luft.

Ihre Nester bauen diese Flugkünstler in hoch gelegene Nischen und Spalten aller Art, im Siedlungsraum bevorzugt unter Dachrinnen, Jalousienkästen, in Lüftungssteinen oder sonstigen Hohlräumen. Die zwei bis drei weißen, elliptischen Eier werden in 18 bis 25 Tagen ausgebrütet, bis zum Flüggewerden vergehen – je nach Witterungslage – noch einmal 37 bis 56 Tage. Mit prall gefülltem Kehlsack fliegen beide Altvögel unermüdlich das Nest an; wird die Zeit zwischen den „Mahlzeiten“ wegen nasskalten Wetters zu lang, verfallen die Nestlinge in eine Art „Hungerschlaf“ und können so bis zu zwei Wochen ohne Nahrung überleben.

Wie sehen sie denn nun aus, diese „Beherrscher der Lüfte“? Ungeübte Beobachter könnten sie mit den Schwalben verwechseln, beim genaueren Hinschauen fallen jedoch die wesentlich größere Flügelspannweite (über 40 cm) und die durchgehend bräunlich – bis rußschwarze Färbung auf – der grauweiße Kehlfleck ist nur selten gut zu erkennen. Außerdem bietet eine Innenstadt wie die in Leverkusen den Schwalben kaum noch Überlebenschancen.

In Deutschland zählt neben dem Mauersegler nur noch der Alpensegler – er brütet in der Gegend von Freiburg im Breisgau – zur Gruppe der weltweit 70 Arten aus der Familie der Segler (Apodidae); europaweit kommen noch der Fahlsegler (vom Osten der Türkei bis nach Spanien im Westen) und der Kaffernsegler (im Süden Spaniens) vor.

Ursprünglich waren die Mauersegler, deren Verbreitungsgebiet sich von Nordafrika und Europa bis in den nordöstlichen Teil der Mongolei erstreckt, Felsen und Baumbrüter. Im Laufe der letzten Jahrhunderte wurden sie jedoch immer mehr zu Bewohnern menschlicher Siedlungen, da Altholzbestände und Waldflächen ohne forstliche Nutzung zunehmend vernichtet wurden und werden.

Noch gelten die Bestände von etwa 400000 bis 900000 Brutpaaren in Deutschland als gesichert, drastische lokale Einbrüche auf Grund von Brutplatzverlusten durch Gebäudesanierung sollten uns jedoch zu denken geben.

Zu Recht haben also der Naturschutzbund Deutschland NABU und der Landesverband für Vogelschutz in Bayern (LBV) erneut einen Kulturfolger und echten „Städter“ zum „Vogel des Jahres“ gewählt. Menschlicher Ordnungssinn duldet nur ungern Nischen und Lücken, die für die ortstreuen Mauersegler als Brutplätze von überlebenswichtiger Bedeutung sind. Aber selbst offen gelassene Hohlräume oder Nistkästen nützen nichts, wenn das Futter fehlt. Trotz mancher „Unordnungsoasen“ gibt es auch in Leverkusen immer noch zu viele sterile, exotenbesetzte, aufgeräumte Gärten, die kaum Nahrung für „Mauerseglerleckerbissen“ bieten.

Es wäre doch jammerschade, wenn wir die wohlvertrauten Rufe nicht mehr hören und die schlanken, eleganten Vögel hoch am Himmel und tief in den Straßenfluchten nicht mehr fliegen sehen könnten.


Wer sieht den ersten? - die Mauersegler werden erwartet!

Im Mai wird in Leverkusen die Ankunft der Mauersegler wieder erwartet. Sie ziehen von ihrem Winterquartier in Afrika wieder zur Brutzeit zu uns und kommen normalerweise um den 1. Mai bei uns an. Dann kann man sie an ihren schrillen Rufen an Leverkusens Himmel hören, wenn sie in großen Gruppen ihre Flieger-Meisterleistung mit Geschwindigkeiten von bis zu 220 km/h zum Besten geben.

Um die Anzahl der  Mauersegler  in Leverkusen zu schätzen, tragen der Naturschutzbund Deutschland (Stadtverband Leverkusen) und der Bund für Umwelt und Naturschutz (Kreisgruppe Leverkusen) jedes Jahr Daten zusammen.

Dazu bitten  sie auch um die Unterstützung der Leverkusener Mitbürger. Besonders interessant ist das Datum der Ankunft der gefiederten Meisterflieger. Diese Informationen dienen u.a. mit als Grundlage für die Bewertung der Auswirkungen des beginnenden Klimawandels.

Melden Sie diese wichtigen Informationen bitte per Email an  erich.schulz@nabu-leverkusen.de oder per Telefon unter 0214-506424.


Die Uferschwalbe

Die braun-weiße Uferschwalben ist die kleinste Schwalbenart in Europa. Sie ist in Deutschland selten geworden, da sie besondere Ansprüche an ihren Nistplatz hat: sie braucht lehmige Steilufer oder Abbruchkanten zur Anlage ihrer Brutröhren. Ersatzlebensraum kann auch eine Lehm- oder Kiesgrube sein.

Die Brutröhren  werden mit Krallen und Schnabel gegraben und reichen armtief in die Wände rein. Da Uferschwalben Koloniebrüter sind, sieht eine Wand oftmals vollkommen durchlöchert wie ein „schweizer Käse“ aus.

Im Herbst ziehen die Vögel dann wieder in wärmere Gefilde nach Afrika.