herrliche Blumenwiese in Leverkusen

Die Natur braucht kein Baumarktgrün!

Leverkusens schönste Seite zeigt sich besonders im Hochsommer in unseren natürlichen Blumenwiesen. Sie müssen nur ungemähte Straßenränder, naturbelassene Grundstücke oder Brachflächen anschauen, und sie werden die unglaubliche Vielfalt und Pracht der Natur genießen können. Überall da, wo der Mensch nicht eingreift,  entfaltet sich die Natur, blüht es in den unterschiedlichsten Farben und Formen:

Eindrucksvoll und in leuchtendem Blau präsentiert sich der Natternkopf auf der Schutthalde, aus der Wiese leuchtet der rosarote Storchschnabel, das gelbe Leinkraut zeigt bei näherer Betrachtung, warum es im Volksmund auch Löwenmäulchen heißt, die pelzigen Blätter der majestätischen gelben Königskerze laden zum Darüberstreichen ein und vielerorts öffnet schon die Wilde Möhre ihre weißen Dolden. Überall dort, wo die Wilde Möhre wachsen darf, gibt es auch die Chance, unseren prächtigsten Schmetterling, den Schwalbenschwanz zu sehen. Denn die Raupen unseres größten Tagschmetterlings genießen die wilde Möhre als Futterpflanze.

Und dass eine weitere häufige Pflanze, welche mit zart grünen Blüten blüht, die Brennnessel, eine wichtige  Lebensgrundlage für unsere Schmetterlinge ist, ist häufig nicht bekannt! Tagpfauenauge, Admiral, kleiner Fuchs und Landkärtchen gibt es natürlicherweise nur dort, wo ihre Raupen an Brennnesseln  aufwachsen können.

Auf einem Abendspaziergang kann man sogar sich bewegende Blüten finden. Dort, wo sich Nachtkerzen ansiedeln durften, kann man in der Abenddämmerung zuschauen, wie sich ihre leuchtend gelben Blüten im Zeitlupentempo öffnen und einen der vielen uns meist unbekannten Nachtfalter zur Bestäubung einladen.

Und das Spannendste an diesen natürlichen Wiesen ist, dass sie ausschließlich ohne menschliches Zutun entstehen. Nur hier gibt es eine solche Menge an verschiedenen Blumen, die das Auge erfreuen, an Heuschrecken und Schmetterlingen. Manch einer wundert sich vielleicht, warum in unseren Gärten inzwischen Schmetterlinge & Co immer seltener werden - nun, das liegt zum Beispiel daran, dass unsere farbenprächtigen einheimischen Pflanzen am besten dort leben können, wo kein Dünger hinkommt. Zuviel hilft halt nicht viel.

„Ich frage mich immer wieder, warum häufig so viel Geld und Energie darauf verwendet wird, möglichst gleichförmige Parks und Gärten zu schaffen mit überwiegend kurzem Rasen und Kirschlorbeer, wo uns  doch die Natur kostenlos wunderschön blühende Landschaften schenkt“, sagt Ingrid Mayer. „Wir sollten den Mut haben, der Natur in den wenigen Freiräumen in unserer Großstadt – und dazu gehören auch unsere Gärten -  hier und da ihren Lauf zu lassen. Dann entstehen bunte Flächen von unglaublicher Artenfülle und voller Überraschungen.“
Informationen zur Anlage naturnaher Gärten bekommen Sie gerne im InfoTreff für Natur und Umwelt von NABU und BUND