Foto: Peter Schönmann

Was sind Lebensräume?

Lebensräume sind Bereiche, die aufgrund ihrer naturräumlichen Ausstattung und spezieller Merkmale für spezifische Pflanzen und Tiere die Lebensgrundlage bieten. Sie bilden in diesem Lebensraum eine Lebensgemeinschaft, die aufeinander eingespielt ist und diese Gemeinschaft ist in sich stabil.

Beispiele für Lebensräume sind:

  • Wald (Nadel-, Laub-, - Misch-, Bergwald)
  • Wiese (Blumen-, Feucht-, Streuobstwiese)
  • Fluß, Bach
  • Aue (Bach-, Flussaue)
  • Watt
  • Wüste
  • Moor
  • ...

Die Vielfalt der Lebensräume ist in den letzten Jahrzehnten durch die Technisierung sehr stark verändert worden und teilweise fast verloren gegangen wie zum Beispiel die Moore mit ihrer einmaligen Natur. Auch unsere Wälder werden "bewirtschaftet", Wiesen werden vor der Reifung der Samen gemäht, Flüsse begradigt und Moore entwässert. So gehen immer mehr Lebensräume verloren.

Dabei sind alle Lebensräume und Lebewesen miteinander verbunden - wie die Fäden in einem Netz. Wenn Lebensräume zerstört werden und Arten aussterben, bekommt das Netz des Lebens Löcher. Kleine Löcher sind vielleicht noch zu verkraften, doch irgendwann wird das Netz irreparabel geschädigt. Jeder ist aufgerufen aktiv mitzuhelfen, dass dieses lebendige Netz nicht zerreißt.

Buchenwlad mit Totholz

Wald

"Wald ist eine Fläche der Erdoberfläche, die mit Bäumen bedeckt ist" - so ist die klassische Definition. Aber Wald ist sehr viel mehr! Ohne ihn ginge uns die Puste aus, denn der Wald produziert den für alle Lebewesen so wichtige Sauerstoff. Und er ist Lebensraum für unzählige Tier- sowie Pflanzenarten und Erholungsgebiet für den Menschen. Gleichzeitig ist er auch ein wichtiger Wirtschaftsfaktor, der Arbeitsplätze bietet (Rohstoff- und Energieversorgung).

Bei einem Spaziergang durch den Wald bekommt man viele der dortigen Bewohner nicht zu Gesicht, weil diese entweder dämmerungs- und nachtaktiv sind wie Marder, Dachs, Fledermaus und Siebenschläfer. Oder sie sind so klein, dass sie nicht sofort ins Auge fallen wie Käfer, Pilze, Flechten und Moose.

Vögel sind durch ihr Singen und Rufen einfacher zu entdecken und sind ein guter Indikator für den Zustand eines Waldes. Sind zum Beispiel Spechte vorhanden, so lässt das den Rückschluss zu, dass es alte Bäume (für Nistmöglichkeiten) und Insekten (als Nahrung) gibt. Und von Spechten wiederum sind andere Tiere abhängig wie der Siebenschläfer, der alte Spechthöhlen selber als Höhle verwendet.

Der Schutz des Waldes und eine maßvolle, erhaltende Nutzung fördert die Strukturvielfalt und damit die Artenvielfalt in den Wäldern. So ist zum Beispiel Totholz keine "Unordnung", sondern wichtige Grundlage für das Gedeihen von Insekten - und damit für das Überleben von Vögeln. Und alte Bäume sind wichtige Grundlage für den Bau von Höhlen durch Specht und Co.


Streuobstwiesen

Alte Streuobstwiesen mit ihren hohen Bäumen sind ein optimaler Lebensraum für den Siebenschläfer. Dort gibt es natürliche Höhlen, die durch Astbruch oder Spechte entstanden sind und auch genügend Nahrung.

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Alte Apfelsorte "Siebenschläfer"

Es gibt wenige Apfelsorten, die nach Tieren benannt sind - aber eine Sorte ist sogar nach dem Siebenschläfer benannt! Genauso wie der kleine Nager ist er spät dran: er blüht spät und trägt spät Früchte.

Und da in Leverkusen das weltweit einmalige Siebenschläfer-Projekt mit dem sympathischen Säugetier 2015 gestartet hat, muss ein Apfelbaum mit diesem Namen natürlich auch in Leverkusen gesetzt werden!

Am 01.04.2016 pflanzten Oberbürgermeister Uwe Richrath, der Vorsitzende des NABU Leverkusen Erich Schulz und Regine Kossler (Koordinatorin des Siebenschläferprojektes) einen Siebenschläfer-Apfelbaum auf der Obstwiese in der Dechant-Krey-Straße (Nähe Kreisverkehr an der Rennbaumstraße) .

 

Diese hochstämmige, alte Apfelsorte aus Hessen, war früher oft auf alten Streuobstwiesen heimisch, einem Lebensraum, den - neben alten Wäldern - auch das kleine Nagetier Siebenschläfer gerne mag.