40 Jahre BUND NRW - ein kurzer Rückblick

 
Am 6. Februar 1976 trafen sich in Düsseldorf 11 Herren, acht aus dem Rheinland und drei aus Westfalen, und gründeten den „Bund Natur- und Umweltschutz Nordrhein-Westfalen e.V.“ (BNU-NW).

Ausschlaggebend dafür war die wachsende Erkenntnis, dass der klassische Naturschutz nicht geeignet erschien, die drängenden gesellschaftlichen Fragen zu lösen. Ein „moderner“ Umweltverband musste her, der Lösungen für die zunehmenden Umweltprobleme anbot. Denn die negativen Folgen des Wirtschaftswachstums der Nachkriegszeit traten immer gravierender zutage: Smog in den Städten, vergiftete Flüsse, das Waldsterben und wachsende Müllberge. Dazu kam die aufflammende Diskussion um die Atomkraft und die zunehmende Verkehrslawine.

Das Ziel war damit definiert, nur fehlte es an der Umsetzung. Da sich der Vorstand überwiegend aus aktiven Naturschützern rekrutierte, widmete sich der neue Verband in seinen Anfangsjahren überwiegend den klassischen Themen wie Moorschutz und Tümpeltod sowie der Kampagne „Rettet die Vögel“. Der Kampf um die Rieselfelder Münster stand dabei im Mittelpunkt. Die stärkere Politisierung des Verbandes begann dann mit dem Streit um die geplante West-Ost-Autobahn durch das Sauerland und das Rothaargebirge.

Fünf Jahre nach der Gründung des BNU-NW erfolgte die Umbenennung in „Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland, Landesgruppe NRW e.V.“ Ein weiterer Meilenstein des Jahres 1981 war die Anerkennung des BUND nach § 29 Bundesnaturschutzgesetz. Damit wurde die Mitwirkung an Vorhaben, die in Natur und Landschaft eingreifen, garantiert.

In den 1980er Jahren rückten dann der Immissionsschutz, die Chemiepolitik und der Kampf gegen Kohle und Atom in den Fokus. Themen, die in der Folgezeit und bis heute noch die inhaltliche Arbeit des BUND bestimmen.

Aus den 11 Gründungsmitgliedern von einst sind heute etwa 27.000 geworden. Der BUND ist längst eine feste Größe in der politischen Landschaft Nordrhein-Westfalens - finanziell unabhängig, basisdemokratisch, parteipolitisch neutral, fachkundig. Und der Verband wächst immer weiter - ein Zeichen, dass der Natur- und Umweltschutz nach wie vor einen hohen Stellenwert in der Bevölkerung genießt.

Das Fundament der erfolgreichen Arbeit bildet dabei nach wie vor die ehrenamtliche Basis. In den etwa 170 Orts-, Kreis- und Regionalgruppen sind viele hundert Aktive im Einsatz. In neun Facharbeitskreisen bündelt sich das Expert*innenwissen. Der zehnköpfige Landesvorstand bestimmt im Auftrag der Landesdelegiertenversammlung die Geschicke, unterstützt von einer professionell arbeitenden Landesgeschäftsstelle.


NABU / BUND Leverkusen

Schon Ende der 60er Jahre gründeten in Leverkusen Naturschützer eine Gruppe, die ihren Fokus speziell auf den Schutz von Vögeln richtete (DBV). Doch schon bald erkannte man, dass der Fokus auch auf die Lebensräume von verschiedenen Tier-und Pflanzenarten erweitert werden musste, um einem ganzheitlichen Schutz der Natur gerecht zu werden, von dem auch die Vögel profitierten.

Nach ein paar Jahren bekamen sie Zuwachs von Naturschützern des BUND (damals BND) und über die Jahre entstand eine besondere Kooperation der beiden Gruppen, die durch eine enge Zusammenarbeit schon große Projekte durchzusetzen vermochte. Seit den 90er Jahren sind wir als NABU-Stadtverband und BUND-Kreisgruppe Leverkusen bekannt und verfolgen gemeinsam das Ziel, die Natur in Leverkusen zu schützen und den Bewohnern näher zu bringen.

Wir freuen uns über alle Interessierte, die sich uns anschliessen bzw. uns unterstützen möchten, um sich mit uns für den Erhalt einer vielfältigen Tier-und Pflanzenwelt und einer lebenswerten Stadt Leverkusen einzusetzen.


Verschiedene Daten

  • vor 1917 - In der Ortsgruppe Köln des Bundes für Vogelschutz (Stuttgart) sind Mitglieder: der Beigeordnete Adenauer, der Oberförster Bubner (Schlebusch), der Arzt Dr. Frey (Wiesdorf).

  • 1966 - Hermann Brombach wird Vertrauensmann für Vogelschutzfragen des Kreises Leverkusen. Erstes Gespräch über die Gründung eines eingetragenen Vereins.

  • 1971 - 1. Veranstaltungsprogramm mit 17 Programmpunkten und einer Zweitagefahrt. 1. Vorstandswahl: H. Brombach, H. Brune, H. Grieser, E. Läuferts.

  • 1972 - Offizielle "Bekundung" zur Gründung des Vereins durch 12 Mitglieder. 1. Satzung der DBV-Ortsgruppe Leverkusen erstellt. Eintragung ins Vereinsregister.

  • 1975 - Ortsgruppe wird "Stadtverband". Zusatz: "Verband für Natur- und Umweltschutz"

  • 1980 - Gründung der Kreisgruppe des BUND/BNU.
    Umweltschutzpreis der Stadt für H. Brombach, E. Schmitz, H.-M. Kochanek. BAYER-Kreuz in der Vogelzugzeit ausgeschaltet. Ausstellung "Rettet die Vögel" in Schlebusch, später in Burscheid, Langenfeld, Monheim, Paffrath, Wermelskirchen, Wiesdorf, Köln, Hagen.

  • 1981 - 1. Naturschutzbasar in der Landrat-Lucas-Schule. Umweltschutzpreis der Stadt Leverkusen für Eheleute Mayer und Naturschutzjugend.

  • 1982 - Verkauf ungespritzten Obstes von bedrohten Hochstämmen. 1.400 qm Wiesengelände gekauft, 10.000 qm Feuchtgebiet gepachtet und 1500 Sträucher am "Waldwinkel" gepflanzt. 1. gemeinsames Programm von DBV und BUND Leverkusen.

  • 1985 - Kiesgrube Hornpottweg nach zweijährigem Bemühen zum Naturschutzgebiet erklärt. Ideenwettbewerb "LEV soll schöner werden", BUND/DBV: 1. Preis an Ingo Fahne für das Projekt "Renaturierung der alten Wuppermündung".

  • 1988 - H. Brombach veröffentlicht "Vögel in Leverkusen - Bestandsaufnahme der 80er Jahre" und erhält Bundesverdienstkreuz. Zeitweilige Sperrung der Straße am NSG Hornpottweg wegen der Krötenwanderung.

  • 1990 - 40 Gebiete mit insgesamt 50 ha werden betreut. 1. Pressekonferenz am Anfang des Jahres.

  • 1992 - 25 Jahre Vereinsarbeit für Vogel-, Natur- und Umweltschutz in Leverkusen.

  • 2014 - Neugestaltung des Internetauftritts von NABU und BUND

  • 2015 Start des Projekts "Jede Blüte zählt!" - für ein blühendes Leverkusen.
    Start des Projektes "Siebenschläfer und Artenvielfalt"