Die richtige Glasfolien kann Vögel retten

Ein Bericht im WDR über Vogelschlag - initiiert durch die nachträgliche Anbringung einer Vogelschutzfolie auf einer gläsernen Schallschutzmauer in der neuen Bahnstadt Opladen.

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v.l.: Lars Schwartz (Liegenschaftsamt), Rainer Morgenstern (NABU/BUND Leverkusen), Dr. Judith Förster (BUND NRW), Vera Rottes (neue-Bahnstadt-opladen GmbH

Neue Bahnstadt: Rettung durch Vogelschlag-hemmendes Glas

Glas kann tödlich sein. Für Vögel ist es unsichtbar und kostet viele unserer gefiederten Freunde das Leben. So auch in der neuen Bahnstadt. Dorothee und Rainer Morgenstern, zwei Leverkusener Naturschützer von NABU und BUND, machten bei einer Routinekontrolle die traurige Entdeckung. An den Glaselementen der Schallschutzwand am Quartiersplatz in der „neue-bahnstadt-opladen-nbs-o" waren eindeutig Abdrücke und Federn von Vögeln zu erkennen. Hier mussten wahrscheinlich schon viele Vögel ihr Leben lassen.

Bei dem Versuch, die gegenüberstehenden Bäume und Hecken zu erreichen, fliegen Vögel ungebremst gegen Scheiben, die sie, wie auch das menschliche Auge, nicht als Hindernis erkennen können. Sie sterben dann entweder sofort an Genickbruch oder verhungern mit gebrochenen Flügeln oder Hirnverletzungen bzw. werden zu leichten Opfern von Katzen und anderen Beutegreifern.

„Die oft an die Scheiben geklebten Greifvogelsilhouetten helfe leider nicht“ berichtet Projektleiterin Dr. Judith Förster vom BUND NRW Arbeitskreis „Vermeidung von Vogelschlag an transparenten und spiegelnden Bauelementen“. „Was hilft, ist das Bekleben der Scheiben mit einer gemusterten Folie, deren senkrechtes Streifenmuster im Abstand von höchstens 10 cm von den Vögeln als Hindernis erkannt wird“.

Unverzüglich nach Mitteilung des Vogelschlagproblems an die nbs-o GmbH, vermittelte Frau Vera Rottes den Kontakt zum zuständigen Liegenschaftsamt der Stadt Leverkusen. Hier wurde erfreulicherweise sofort gehandelt. Herr Schwartz veranlasste die unverzügliche Aufbringung der gemusterten Folie. Die vorbildliche und schnelle Reaktion der Stadt Leverkusen verhindert nun weitere Opfer an dieser Stelle. Eine sehr erfolgreiche Aktion. „Ich freue mich, dass wir durch diese Beklebung die kritische Situation für die Vogelwelt an dieser Stelle entschärfen konnten“ sagte Vera Rottes.

In unserem Stadtgebiet befinden sich jedoch noch unzählige weitere Glasflächen, die eine ähnliche Gefahr für unsere Vogelwelt darstellen. Sie könnten leicht mit solchen Maßnahmen entschärft oder beseitigt werden.
Auch sollte bereits im Neu- und Sanierungsbau von Anfang an Vogelschutzglas mit eingelassenen oder durch Siebdruck aufgebrachten Mustern geplant und verwendet werden.
An manchen Flächen sind auch Relief- oder Milchglasscheiben eine gute Wahl.

Um Bauträger und Architekten über die Verhinderung von Vogelschlag an Glas im Einzelnen besser aufklären, beraten und für Vogelschutz werben zu können, haben NABU und BUND Leverkusen eine gemeinsame Arbeitsgruppe „Vogelschlag", Projektsprecherin Teresa Taborek-Weisker (teresa.weisker@gmail.com), gegründet. Sie arbeitet mit Dr. Judith Förster der Leiterin des Projektes „Vermeidung von Vogelschlag an transparenten und spiegelnden Bauelementen" des BUND NRW e.V. (www.vogelsicherheit-an-glas.de) zusammen -das Projekt wird von der Stiftung Umwelt und Entwicklung NRW gefördert.

18 Millionen tote Vögel bundesweit allein durch Vogelschlag an Glas sind 18 Millionen zu viel“, so die Botschaft von Teresa Taborek-Weisker. Hiervon entfallen statistisch mehrere Tausend auf Leverkusen.
Dieser Verlust ist vermeidbar! Unsere Stadtverwaltung macht es mit dem geschilderten Beispiel vor. Mit nur wenig mehr Aufwand und gutem Willen lässt sich unseren gefiederten Freunden das Leben retten.

„Folgerichtig sollten Baugenehmigungen nur noch mit entsprechenden Bestimmungen und Auflagen erteilt werden“, so der Appell von Dr. Ralf Bell von der Leverkusener Arbeitsgruppe „Vogelschlag“.


Vogelschlag an Glas

Nach der Zerstörung der Lebensräume wird das Vogelsterben an Glas mittlerweile  als zweitwichtigster Grund für die Gefährdung von Vogelbeständen weltweit angesehen.
Deutschland hat wegen seiner dichten Besiedelung und Gebäudedichte ein besonders hohes Gefährdungspotential, denn Glas liegt im Trend:

  • verspiegelte Glasfassaden von Bürogebäuden, Verkaufsräumen, Behörden etc.
  • Windschutz bei Restaurants, Aussichtsplattformen,etc
  • repräsentative Eingangshallen von Gebäuden
  • Fahrgastunterstände
  • Fahrstuhlschächte und Treppenhäuser
  • Haus und Garten (Trend zu großen Fenstern und Glas-Windschutz)
  • transparente Lärmschutzwände
  • Glasabgrenzungen in Zoos
  • ...

Entsprechend steigt die Zahl der Vogelopfer!

Eine Borschüre zum downloaden finden sie unter : www.bund-nrw.de

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