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Ausstellung "Irrweg Pestizide"

Das Fazit der Ausstellung ist:
„Mensch und Umwelt müssen vor Giften geschützt werden. Es ist ausgesprochen zielführend, alternative Strategien zu fördern, denn: es geht auch ohne Chemie.“

Der bisherige Weg der Agrarindustrie, auf immer mehr Monokulturen und immer wirkungsvollere Pestizide zu setzen, hat in eine unheilvolle Sackgasse geführt. Auch die täglich neue Versiegelung von ca. 60 ha Fläche in NRW und die zunehmende Verwandlung bunter Gärten und Vorgärten in pflegeleichte Rasen- oder Steinwüsten bringen das Ökosystem an seine Grenzen. Nachtigallengesang, blühende Wiesen, die Schmetterlingen und Vögeln Nahrung bieten, sind auch in Leverkusen selten geworden.

In der Ausstellung „Irrweg Pestizide“ wird aufgezeigt, wohin uns der bisher beschrittene Weg der Landwirtschaft geführt hat und warum sich dies für alle Menschen zu einem riesigen Zukunftsproblem entwickelt hat.

Aber neben der Analyse der Probleme wird natürlich auch eine Lösung aufgezeigt: die stetige Erweiterung des ökologischen Landbaus. Hier sind nicht nur die Landwirte gefragt, ihre Möglichkeiten zur Umstellung intensiver zu nutzen, sondern auch jeder von uns kann durch den Kauf von Bio-Lebensmitteln das Ziel einer auch für Tiere und Pflanzen lebenswerten Stadt aktiv unterstützen.  


Zusammenfassung der Ausstellung:

A)  Ökologische Landwirtschaft

Die ökologische Landwirtschaft setzt auf die Vielfalt der natürlichen Ressourcen!

•    Fruchtwechsel: Fruchtwechsel ist das stetige Aufeinanderfolgen verschiedener Kulturpflanzen auf einem Feld.

•    Landschaftsgestaltung: Eine vielgestaltige Landschaft bietet Schutz und Nahrung für Vögel, die wiederum gegen Pflanzenschädlinge helfen. Daher müssen zwischen den Feldern und an Wegrändern wieder Blühstreifen, Büsche und Bäumen wachsen dürfen.

•    Mischkultur, Untersaaten oder Zwischenfruchtanbau, Direktsaat
- Mischkulturen sind die gleichzeitige Kultivierung mehrerer Nutzpflanzenarten auf einem Feld.
- Niedrige Untersaaten unterdrücken das unkontrollierte Wachsen von Wildkräutern und führen dem Boden Stickstoff zu.
- Zwischenfrüchte nach der Ernte schützen den Boden und dienen im Frühjahr als Gründünger.
- Direktsaat ist eine Saat ohne Pflügen und Eggen – energiesparend und bodenschonend.

•    Kombination mit Waldwirtschaft
Schnell wachsende Bäume verbessern das Kleinklima und können durch Verarbeitung zu Holzkohle als Dünger verwendet werden. Zudem sind Bäume Lebensraum für Tiere.

•    Kreislaufwirtschaft
Kreislaufwirtschaft bedeutet, dass jeder Landwirt das Futter für seine Tiere selber anbaut und die Gülle und pflanzlichen Abfallstoffe selber verwertet. Die fehlenden Mineralien werden durch Mineraldünger oder Gesteinsmehl zugesetzt.

•    Digitale Techniken und Bodenanalysen
Digitale Techniken können für Bodenanalysen verwendet werden, die dann für die Düngung eine exakte Analyse der fehlenden Stoffe ermitteln.

•    Ertragssteigerung durch Humusaufbau
Humusaufbau ist durch verschiedene Methoden möglich:
- Mulchen: Abdecken des Bodens mit gehäckseltem Pflanzenmaterial
- Gründüngung: Einarbeiten von Pflanzenmaterial
- Zwischenfruchtanbau: Einsaat von Pflanzen nach der Ernte
- Kompostierung: verrottetes Pflanzenmaterial

•    Ertragssteigerung in südlichen Ländern
- Push and Pull-Verfahren: Maispflanzen werden zusammen mit einer für Schädlinge unangenehm riechenden Hülsenfrucht gepflanzt. Zudem wird Elefantengras rund um das Feld gepflanzt, das die Schädlinge auf sich zieht.
- Waldlandwirtschaft mit Düngerbäumen (Leguminosen)
- Reis-Intensivierung durch wechselnde Flutung der Felder

•    Ertragssteigerung durch Mischkulturen (Gartenkultur)
Ein Musterbeispiel für Mischkulturen ist die Permakultur, bei der sich die Pflanzen gegenseitig unterstützen und die Böden fruchtbar bleiben, was zu hohen Erträgen führt.

•    Besser geht’s ohne Gentechnik - Regionale Saatzucht
Regionales Saatgut ist ebenso widerstandsfähig gegen Krankheiten und Schädlinge wie genmanipuliertes Saatgut und ist durch jahrzehntelange Tradition den regionalen Bedingungen von Klima und Boden bestens angepasst.

B)  Konventionelle Landwirtschaft

Unter der konventionellen Landwirtschaft leidet die Natur:

•    Das Verschwinden der Wildblumen
Das Verschwinden der Wildblumen auf unseren Äckern und Wiesen ist primär eine Folge der industrialisierten Landwirtschaft, welche Ertragssteigerung durch großflächige Monokulturen, Selektierung des Saatgutes, Automatisierung, Einsatz von Kunstdünger und immer größere Mengen von Pestiziden erzielen will. Die Natur mit Wildkräutern und Insekten wird als störend vernichtet.

•    Das Verschwinden der Insekten
Natur basiert auf Kreisläufen. Wenn in der Landwirtschaft alles großflächig vernichtet wird, was nicht erwünscht ist, ist kein Kreislauf mehr möglich. Dann muss künstlicher Dünger anstatt Humus herhalten. Dann gibt es keine Insekten als Bestäuber mehr. Dann müssen Pestizide gespritzt werden.

•    Das Verschwinden der Vögel
Vögel gelten als Bioindikatoren: fehlt die Nahrung, gibt es weniger Vögel. Durch die fehlenden Insekten und Samenstände von Wildkräutern verhungern sie oder können ihre Jungen nicht ernähren. Und: sie werden durch verspritzte Pestizide langsam, aber sicher vergiftet.

•    Degradation der Böden
Ein gesunder Boden ist die Grundlage allen pflanzlichen Wachstums und somit auch aller Tiere. Es sollte locker sein, vor Erosion geschützt sein und viele Bodenlebewesen enthalten, die die Pflanzenabfälle zu Humus verwandeln. In der industriellen Landwirtschaft wird der Boden jedoch verdichtet und die Bodenlebewesen durch Pestizide abgetötet. Zudem findet eine Anreicherung von Pestiziden im Boden statt.

•    Gyphosat (C3H8NO5P) ist überall
Es ist preiswert, wirksam und in vielen Spritzmitteln enthalten. Und es kommt über das Essen in den menschlichen Körper, wo es durchaus nicht so ungefährlich ist, wie uns Glauben gemacht wird. Es ist ein chronisch wirkendes Gift.

•    Erkrankung der Nutztiere
Über die Nahrung nehmen Nutztiere Pestizide in großen Mengen auf. Diese wiederum können zu Missbildungen bei dem Nachwuchs führen.

•    Erkrankung der Menschen
In menschlichem Blut und Urin wurden bereits Pestizide nachgewiesen, die wir durch Nahrung und Trinkwasser zu uns nehmen.

•    Irrglauben Testverfahren – Behörden können sich irren
Durch den Einfluss der Landwirtschaftslobby und den Wunsch, den Handel unproblematisch zu gestalten, werden oftmals Testverfahren „angepasst“, und erst Jahre später erkennt man den Schaden an den Ökosystemen.

•    Pestizide für die Welternährung
In den letzten Jahrzehnten hat die Menge der für agrarische Zwecke vermarkteten Pestizide kontinuierlich zugenommen. So werden Ökosysteme zerstört und fruchtbare Böden gehen verloren.

•    Resistenzentwicklung
Lebewesen passen sich an wechselnde Umweltbedingungen an. Das gilt auch für neuartige Gifte in der Natur. Die verwendeten Chemikalien müssen immer stärker werden und die Konsequenzen sind unabsehbar.

•    Agro-Gentechnik
Die Versprechen bezüglich Gentechnik in der Landwirtschaft sind horrend. Und die Problem auch: die Landwirte werden abhängig von großen Saatgutkonzernen und müssen aufgrund der Resistenzen immer giftigere Substanzen einsetzen. Böden, Wasser und Nahrung werden verunreinigt. In der Natur ist extremer Artenverlust die Folge.

•    Wer daran verdient
Große Agrar-, Handels- und Lebensmittelkonzerne profitieren von dem herrschenden System in der Landwirtschaft. Sie nehmen den ökologischen Kollaps billigend in Kauf. Aber weltweit es gibt auch schon Gegenwind.

•    Ausweg ökologische Intelligenz = Zukunft der Landwirtschaft
Es gibt noch Hoffnungsträger – so wie Mals in Südtirol: ein Dorf, das sich gegen die Verwendung von Pestiziden zur Wehr setzt.