Neophyt: indisches Springkraut

Neophyten

Neophyten sind Pflanzen aus anderen Ländern, die in Deutschland normalerweise nicht vorkommen. Da sie hier aber optimale Lebensbedingungen vorfinden, nehmen sie inzwischen so überhand, dass sie in einigen Biotopen die dort vorkommenden heimischen Pflanzen verdrängen. Sie handelt sich um eine "pflanzliche Invasion".

Besonders dominante Neophyten sind

  • indisches Springkraut

  • japanischer Knöterich

  • Riesen-Bärenklau

Weche Auswirkungen hat das nun für Leverkusen?

Auch in Leverkusen kann man „die Invasion“ inzwischen überall an den Bachufern  und in den Talauen erkennen: das indische Springkraut leuchtet weithin erkennbar mit seinen durchaus schönen, großen, lilafarbenen Blüten. Und der japanische Knöterich mit seinen 2-4m hohen Beständen bildet flächendeckendes Grün.

Die Ufer von Dhünn, Wupper und Leimbach sind schon „vollständig verseucht“ und die heimische Flora wie Sumpfvergissmeinicht, Baldrian, Herbstzeitlose, Brunnenkesse, Knabenkraut (Orchidee) und Sumpfcalla mit den dazugehörigen Lebewesen gehören dort der Vergangenheit an.

Die einzigen größeren  Bäche Leverkusen’s, die von dieser „Pest“ noch frei gehalten werden konnten, sind der Ölbach und Teile des Wiembachs. Dort werden die Pflanzen mit viel Zeiteinsatz von der NABU-Naturschutzstation Leverkusen-Köln ausgerissen und entsorgt. Ein schönes Beispiel dafür, dass man dieser Invasion nicht ganz hilflos gegenübersteht.

Unsere Bitte daher an alle Leverkusener: wer diese Pflanzen im Garten hat, bitte sofort entfernen, damit diese sich nicht aussamen und weiter verbreiten können. Und - wer ein wenig Zeit erübrigen kann - wird gebeten diese Pflanzen auch an den Ufern der Bächen zu entfernen. Denn wenn die Samen ins Wasser gelangen, werden sie weitertransportiert und "infizieren" weitere Uferbereiche.

Jede Blüte, die nicht aussamen kann, hilft der heimischen Natur! Die ausgerupften Pflanzen sind am besten im Mülleimer zu entsorgen, damit weder die Samen keimen können noch die Pflanze sich neu bewurzeln kann. Falls man aber keine Mülltonne oder –tüte zur Verfügung hat, die Pflanzen einfach über Äste aufhängen – so können sie keine neuen Wurzeln und Samen bilden.

Springkraut ist besonders effektiv zu bekämpfen, da es sich um einen einjährigen Flachwurzler handelt, bei dem auch 2m große Pflanzen ohne Probleme mit Wurzeln ausgerissen werden können. Die Samenbildung wird so verhindert und die Verbreitung eingedämmt. Auch die Mahd während der Blüte –am besten vor der Samenbildung- ist sehr wirkungsvoll.

Was im Kampf gegen die ‚grünen Gegner’ an ehrenamtlicher Arbeit und Engagement geleistet werden kann, kann nicht hoch genug bewertet werden und verdient allen Respekt. Neophyteneinsätze sind in der Regel eine sehr langwierige und aufreibende Sache, da Samen des Springkrauts mehrere Jahre keimfähig sind - aber sie lohnt sich!