Naturgarten-Tipp: November

für Igel, Kröten, Insekten, Vögel
einheimische Wildsträucher pflanzen (Weißdorn!
statt Mahonie )

Im November sollten Sträucher gepflanzt werden -  wenn möglich natürlich auch ganze Hecke aus mehreren Arten. Einheimische Sträucher sind ökologisch sinnvoller, da sie auf die heimische Tiere abgestimmt sind. Als Beispiel: der heimische Wachholder ernährt 43 Vogelarten - der häufig in Gärten gepflanzte Chinesische Wacholder dagegen nur eine einzige Art.

Außerdem sind einheimische Sträucher anspruchsloser und widerstandsfähiger, auch gegen witterungsbedingte Einflüsse und Schädlinge. Es gibt für jeden Gartenstandort eine passende Art: Weißdorn und Wildrosen mögen es gerne sonnig, Haselnuss und Pfaffenhütchen genügt ein halbschattiger Standort und die Heckenkirsche gibt sich mit einem schattigen Plätzchen zufrieden. Heimische Sträucher sind aber nicht nur nützlich, sondern sehen auch hübsch aus.

für Marienkäfer
Garten nicht akribisch aufräumen

Marienkäfer brauchen naturnahe und nicht perfekt aufgeräumte Gärten. Sie machen es sich im Herbst am liebsten in Hohlräumen gemütlich, etwa in Mauerritzen oder Dachsparren. Auch Laubhaufen in Gärten sind beliebt zum Überdauern der unfreundlichen Jahreszeit – oft finden sich hier größere Ansammlungen.


Naturgarten-Tipp: Oktober

für Igel, Nager, Kröten, Insekten, Vögel
Laub liegenlassen

Jedes Jahr im Herbst fragen sich viele Gärtner "Wohin mit dem Laub?"
Igel, Nager, Kröten, Insekten und einige Vogelarten freuen sich jedoch über liegengebliebenes Herbstlaub. Im Laub können die Tiere sich für den Winter einnisten und sind vor der Kälte geschützt. Ein abgeerntetes Beet eignet sich besonders gut, um ein wenig Laub anzuhäufen und so den Tieren einen Unterschlupf zu gewähren.

Die motorisierten Laubsauger jedoch richten großen ökologischen Schaden im Garten an: millionenfach werden Kleinstlebewesen zusammen mit dem Laub aufgesaugt und zerstückelt. Ebenso wird die Humusbildung für die nächste Vegetationsperiode verhindert. Lieber zu Besen und Rechen greifen und das Laub unter Sträuchern und Bäumen einfach liegen lassen.

für Igel
Igelhaus bauen

Ab Mitte Oktober bauen sich Igel ihr Nest für den Winterschlaf. Bauen Sie den stacheligen Säugern ein Häuschen. Das kann ein alter, umgedrehter Weidenkorb mit Eingang sein oder ein aus Holzbrettern oder Ziegelsteinen gebaute Höhle (etwa 40 Zentimeter lang, 50 Zentimeter breit und 30 Zentimeter hoch, mit überstehendem, abnehmbarem Holzdach). Das Innere füllen Sie dann mit Haferstroh oder trockenem Laub (Heu schimmelt zu leicht). Bedeckt wird das Häuschen mit Reisig oder Erde. Wichtig ist es, das fertige Igeldomizil gut zwischen dichten Pflanzen zu verstecken.

 • für Vögel
Nistkästen säubern

Wer Nistkästen säubert, unterstützt unsere Vogelwelt, denn Parasiten wie Vogelflöhen und Milben können für die nächste Vogelgeneration ein Problem werden. Der Herbst eignet sich gut dafür, da dann noch keine „Nachmieter“ die Vogelkästen bezogen haben (Ohrwürmer, Florfliegen, Wespen- und Hummelköniginnen, teilweise sogar Säugetiere wie Mäuse und Fledermäuse). Auch Vögel übernachten in kalten Winternächten gerne in den Nistkästen.

Es reicht, wenn der Kasten gründlich ausgefegt wird – bitte keine chemische Mittel verwenden. Bei starkem Parasitenbefall kann ggfs mit klarem Wasser und gegebenenfalls etwas Sodalauge ausgespült werden (dann gut trocknen lassen!).


Naturgarten-Tipp für September

für Vögel
Samen sichern

- Wer im Winter Vögel mit Sonnenblumenkernen füttern will, sollte jetzt seine Sonnenblumen mit Netzen versehen.

- wenn im September die Wiesen gemäht werden, sollten samentragende Pflanzen für die Vögel im Winter stehen gelassen werden

für Insekten
Efeu blühen lassen

Im September blüht das Efeu und ist damit eine wichtige Nahrungsquelle für Bienen, Wespen und Schmetterlinge - sonst blüht nämlich kaum noch etwas! Den Efeu also -wenn nötig- erst nach der Blüte beschneiden - zum Wohl der Insekten!

für den Boden
Samen sichern

- Auf abgeerntete Beete kann jetzt Kompost aufgebracht werden

- für Gründüngung ist jetzt der richtige Aussaattermin

für die Artenvielfalt
Indisches Springkraut entfernen

Das indische Springkraut sieht zwar recht hübsch aus, ist aber für die einheimische Flora ausgesprochen schwierig. Es vermehrt sich rasend schnell und überwuchert alle einheimischen Pflanzen. Es läßt sich sehr gut entfernen, da sich die Wurzeln der Pflanze nur locker im Boden befinden: während der Blüte (vor der Samenbildung) ausreißen und im Müll entsorgen. Auf keinen Fall in den Kompost geben!


Naturgarten-Tipp für August

für Vögel
Vogeltränke aufstellen

An heißen Augusttagen sollte für Vögel eine Vogeltränke aufgestellt werden. Eine flache Schüssel, ein Blumentopf-Untersetzer oder ein Suppenteller tun es auch! Wichtig: die Tränke muss „katzensicher“ aufgestellt werden: an einem gut einsehbaren Platz - am besten in 1m Höhe. Das Leben spendende Nass muss täglich gereinigt und gewechselt werden, um die Vögel vor Krankheiten zu schützen.

für Vögel
Sandbad aufstellen

Vögel baden auch gerne im Sand, das hilft ihnen gegen Parasiten. Sie können Vögeln helfen, indem Sie ein Sandbad in einer flachen Schale einrichten (katzensicher!).

für Zierpflanzen
Rückschnitt

Ein Rückschnitt nach der Blüte sorgt ggfs. für eine zweite Blühwelle im Spätsommer und Frühherbst, die Bienen sind dankbar dafür!

für heimische Artenvielfalt
Indisches Springkraut ausreißen

Indisches Springkraut ist ein Neophyt, der hier nicht hingehört. Es ist ausgesprochen wuchskräftig und überwuchert die heimische Flora. Wenn möglich VOR der Fruchtung ausreißen und im Mülleimer entsorgen, damit es nicht wieder anwachsen kann.


Naturgarten-Tipp für Juli

für Bienen/Hummeln/Schmetterlinge
Unterstützung durch Fütterung

Entkräfteten Honigbienen oder Schmetterlingen kann man im Garten recht einfach helfen. Heben Sie  die Biene mit einem Stück Papier vorsichtig auf. Dann lösen Sie einen halben Teelöffel Zucker oder Honig in etwas Wasser auf und bieten es dem Tier per Löffel an.

für Pflanzen
Richtig gießen

Beim Wässern des Gartens ist das gründliche Gießen direkt im Wurzelbereich der Pflanzen besser als ein großflächiges Beregnen. Mit der altmodischen Gießkanne kann man gezielt dort wässern, wo es nötig ist und dabei sehr gut dosieren.
Da der Boden das Wasser nicht sofort aufnehmen kann, sollte man sich beim Gießen Zeit lassen: Wässern, eine halbe Stunde Pause, dann noch einmal Wässern.


Naturgarten-Tipp Juni

für Moore
Torf gehört nicht in den Garten - durch den Abbau werden wertvolle Ökosysteme zerstört 

Legen Sie doch lieber einen Komposthaufen im Garten an. Dort können Sie bequem Garten- und Küchenabfälle entsorgen und wertvollen Gartendünger produzieren. Das spart Müllgebühren und man kann auf Torf verzichten. Es gibt sogar einen entscheidenden Nachteil bei Torf: Torf kann kein Wasser mehr speichern, sobald er einmal ausgetrocknet ist.

für Bienen/Hummeln/Schmetterlinge
blühende Hecken noch NICHT zurückschneiden 

Blühende Hecken wie der Liguster blühen im Juni/Juli. Gönnen sie den Insekten diesen gedeckten Tisch und schneiden Sie die Pflanzen bitte erst nach der Blüte zurück.

• für Zierpflanzen
Es gibt Alternativen zu chemischen Insektiziden!

Als hilfreiches Mittel gegen Blattläuse und Milben hat sich selbstgefertigte Brennnesselbrühe bewährt, die aus einem Kilogramm frischen Brennnesseln auf zehn Liter Wasser zubereitet und nach 24 Stunden unverdünnt ausgespritzt werden kann.


Naturgarten-Tipp Mai

für Vögel
beim Brutgeschäft nicht stören 

Deswegen bitte zur Brutzeit auch keine Hecken schneiden

für Vögel
Jungvögel nur schützen, wenn sie Schutz brauchen

Jungvögel sind nicht unbedingt Waisen, wenn sie außerhalb des Nestes sitzen und "herzzerreißend" fiepen. Es können auch Ästlinge sein, die weiterhin von den Altvögeln versorgt werden. Beobachten Sie genau, ob nicht immer wieder Altvögel das Junge versorgen. Ggfs. setzen Sie das Junge auf einen Baum, damit es vor Katzen sicherer ist.

für Wildkräuter
Bitte nicht pflücken

Wildblumen sind am natürlichen Standort am schönsten. Genießen Sie vor Ort und machen Sie ein Foto - aber bitte nicht abpflücken. So können Wildblumen noch viele andere Menschen nach Ihnen erfreuen und natürlich auch ihren Samen ausbilden.


Naturgarten-Tipp April

für Schwalben
Lehm für die Nester anbieten

Eine regelmäßig feucht gehaltene Lehmpfütze im Garten kann den rückkehrenden Schwalben als Nestbaummaterial dienen (angesichts zunehmender Asphaltierung fehlt es oft an Nestbaumaterial)

für Vögel
Eine Vogeltränke aufstellen

Eine Vogeltränke sollte flach sein und eine raue Schale mit sanft ansteigenden Wänden haben – in der Mitte nicht tiefer als etwa 8–9 cm. (eine Schale oder einen Blumenuntersetzer umfunktionieren, aus Mörtel selber bauen oder kaufen)
Stellen Sie die Vogeltränke an einer gut einsehbaren Stelle auf, damit sie vor Katzen geschützt ist. Ein Baum in der Nähe ist gut, dort trocknen sich die Vögel nach dem Bad.

für Vögel
Nestquirle binden / schneiden

Frei brütende Singvögel kann man unterstützen, indem man ihnen feste Unterkontruktionen für ihr Nest anbietet. In Büschen kann man dafür mehrere Zweige zusammenbinden. Die Zweige müssen einen Trichter bilden, der so groß wie eine Faust ist. Sie sollten sich dabei kreuzen und sich gegenseitig verstreben, damit sich die Lage auch bei Wind nicht verändert.
Bei Bäumen kann man Nestquirle durch den Schnitt erzeugen: Vor dem Austrieb werden die Gehölze in 1,20 oder 1,80 m Höhe abgesägt. Um die Schnittstelle herum entwickeln sich bald ringförmig neue Schößlinge. Im kommenden Herbst schneiden wir diese Schößlinge auf etwa 10 cm zurück. Durch den erneuten ringförmigen Austrieb bildet sich dann eine richtige Nistkrone. Die Bäume sollten nicht zu schattig stehen - im Schatten entwickeln sich keine dichten Verzweigungen.

für Amphibien
Unterschlupf anbieten

ein morsches Holzstücke auf den Boden legen - das langt den Amphibien als Versteck.


Naturgarten-Tipp: März

• für Igel
nicht im Winterschlaf stören

Reisighaufen bitte während des Winterhalbjahres nicht abbrennen oder umsetzen. Sollte ein Igel bei Ihnen im Garten überwintern, schläft er zu diesem Zeitpunkt noch und kann nicht fliehen. Vorsicht gilt deswegen auch beim Beseitigen von Sträuchern, beim Mähen unter tief liegenden Zweigen, beim Umgang mit Motorsensen und Balkenmähern.

• für Amphibien
Teiche in Ruhe lassen

Einige Amphibien (Molche, Grasfrösche) legen ihre Eier schon recht früh im Jahr im Teich ab. Um diese Eier/Larven nicht zu gefährden, sollten keine Arbeiten mehr am Gartenteich durchgeführt werden.

• für Insekten
Nisthilfen für Insekten aufhängen

Wildbienen und Hummeln werden bei warmem Wetter bald aktiv und suchen Möglichkeiten zur Eiablage.

mehr Infos...

• für Wildkräuter
eine Oase für Wildkräuter schaffen

Beim Einteilen der Gartenbeete ein spezielle Feld für Wildkräuter reservieren, in dem sich diese Pflanzen ansiedeln dürfen.


Naturgarten-Tipp: Februar

• für Vögel
Nistkästen aufhängen

Die ersten Meisen suchen schon wieder nach Nistmöglichkeiten. Hängen Sie Nistkästen auf!

- Für die Befestigung der Nistkästen an Bäumen bitte rostfreie Alunägel oder Drahtbügel verwenden, um Schäden am Baum zu vermeiden.
- Die Nistkästen sollten so angebracht werden, dass die Vögel freien Anflug haben – im Dickicht oder  dicht verzweigten Bäumen werden die Nistkästen nicht gut angenommen.
- Eine Höhe von mindestens 2 bis 3 m ist angebracht, um vor Katzen und Mardern zu schützen.
- Das Flugloch sollte in Richtung Süden oder Südosten zeigen (keineswegs in die Richtung, aus der üblicherweise Sturm und Regen herkommen).
- Ein Nistkasten darf nicht nach hinten, sondern eher nach vorne kippen, um das Eindringen von Regen zu verhindern.

• für Vögel und Pflanzen
Hecken bis spätestens Ende Februar schneiden/auf den Stock setzen

Im Frühling beginnt die Brutsaison der Vögel. Damit sie ungestört in den Gehölzen nisten können,   müssen Hecken bis spätestens Ende des Monats geschnitten werden.
Ab März gilt dann in Wohngebieten bis zum 30. September ein gesetzlicher Bestandsschutz.

Bei Minusgraden sollte man Heckenpflanzen nicht schneiden. Durch die offenen Schnittstelle ist die Pflanze dann nämlich besonders frostempfindlich.


Herbsttipps für den Garten

Wir können alle etwas für unsere Tiere im Garten tun, um ihnen das Überwintern in unseren Gärten zu erleichtern.

Etwas Unordnung im Garten ist in Ordnung! Und sogar für viele Tiere lebenswichtig - denn sie brauchen gerade im Winter Futter und Schutz. Daher entfernen Sie nicht alle verblühten Blumen, denn Insekten überwintern in ihren Stengeln und Vögel ernähren sich von den Samenständen. Gehölze und Stauden, die im Herbst zurückgeschnitten werden, liefern nützliches Material, das als Reisighaufen in einer Ecke des Gartens aufgeschichtet werden kann. Es bietet Schutz und Nahrung für Igel, Kröten oder auch Eidechsen. Andere "Gartenabfälle" wie Laub und Gras können als Mulch auf Beete und unter Bäumen verteilt werden. Dort verrotten sie den Winter über, führen dem Boden auf natürliche Art Nährstoffe zu und schützen diesen vor Trockenheit und extremer Kälte. Davon profitieren auch die vielen Kleinstlebewesen wie Würmer und Insekten, die für einen gesunden Boden unentbehrlich sind.

Auf den Laubsauger kann man gut verzichten, denn dieser zerstört die im Laub versteckten Lebewesen und erzeugt zusätzlich Abgase und eine Menge Lärm (die Nachbarn werden es Ihnen ebenfalls danken).


Die Monatstipps und vieles mehr sind auch beim NABU Berlin zu finden. Hier können Sie viele Tierarten  intensiver kennenlernen, sich über spezielle Aktionen des Naturschutzbunds informieren und Ökosysteme kennenlernen.