„Glückliche“ Blumen?


Ob Valentinstag oder Muttertag, Geburtstag oder Hochzeitstag -  ohne einen schönen Blumenstrauß können wir uns viele Fest- und Gedenktage gar nicht vorstellen. Aber auch in Jahreszeiten, in denen es in unseren Breiten allenthalben blüht und grünt, stammt nur jede fünfte in Deutschland verkaufte Blume aus heimischem Anbau.

Ein großer Teil kommt aus Kenia oder Simbabwe, Ecuador oder Kolumbien. Immer mehr Staaten Lateinamerikas und Afrikas drängen auf den Markt. Ein günstiges Klima und billige Arbeitskräfte machen den Blumenanbau zu einem lohnenden Geschäft.
So steht hinter fast jeder Rose oder Nelke, die im Blumenladen vor unseren Augen ihre Pracht entfaltet, eine Blumenarbeiterin, die miserabel bezahlt wird, deren soziale Sicherheit nicht gewährleistet ist und die sich nur unzureichend gegen den massiven Einsatz von Pestiziden schützen kann. Bei einer Untersuchung von Rosen in Berliner Blumenläden hat man achtzehn verschiedene hochgiftige und krebserregende Pestizide nachweisen können, darunter auch solche, die in Europa schon lange verboten sind. Diese Pestizide belasten übrigens nicht nur die Gesundheit der Arbeiterinnen und Arbeiter und die Umwelt im Produktionsland, sondern werden auch in unseren Wohnzimmern freigesetzt.

Aber es geht auch anders! Mit dem „Flower Label Program“ (FLP), das von einem breiten Bündnis aus Menschenrechtsorganisationen, Gewerkschaften und Handelsgruppierungen entwickelt wurde, ist ein erster Schritt zur Umsetzung von Menschenrechten und Umweltschutz in der internationalen Blumenindustrie gemacht worden. Existenzsichernde Löhne und das Verbot von Kinder- und Zwangsarbeit werden hier ebenso gefordert wie der Verzicht auf hochgiftige Pestizide, einen geringeren Wasserverbrauch und die Klärung der Abwässer – kurz, ein verantwortlicher Umgang mit natürlichen Ressourcen.
Auch Blumen aus fairem Handel – Sie erkennen Sie am bekannten Fairtrade-Siegel von Transfair -  schenken nachhaltige und ungetrübte Freude.

Ein Problem darf dabei allerdings nicht verschwiegen werden: Die Zahl der Blumenläden in unserer nächsten Umgebung, in denen Sie FLP-zertifizierte Blumen finden, ist verschwindend gering. Blumen mit dem Fairtrade-Siegel finden Sie zumindest in einigen Supermärkten.
Nutzen wir unsere Macht als Konsumenten! Je öfter wir in unseren Blumenläden nach „glücklichen“ Blumen fragen, desto größer ist die Chance, einen Blumenstrauß zu erstehen, der weder Mensch noch Umwelt schadet und reine Freude bereitet.

Ingrid Mayer, Waltraud König-Scholz


Alternativen zu Plastik-Konsum

Was wir als Verbraucher gegen die "Plastikflut" tun können, sollten wir bewusster und konsequenter tun:

• langlebige Produkte aus natürlichen Materialien Wegwerfprodukten vorziehen (Holz, Metall, Keramik, ...)
• nie ohne eigene Tragetasche einkaufen gehen!
• Nahrungsmittel mit wenig Plastikverpackung bevorzugen

Und natürlich sollte Plastikmüll nie achtlos weggeworfen, sondern dem Recycling zugeführen werden.


Klima- und Ressourcenschutz beginnt beim Papier!

So groß wie ein Fußballballfeld ist das Stück Regenwald, das alle 4 Sekunden zerstört wird. Das sind 15 solcher Felder in der Minute!
Wenn wir uns als als Verbraucher bemühen, nur Holzprodukte aus zertifizierten Wäldern (FSC) und Recyclingpapier zu kaufen, können wir mithelfen, diesen Wahnsinn zu stoppen.

Hier ein paar CO2-Einspareffekte in Zahlen:
* Mit 3 Blatt Recyclingpapier können Sie eine Kanne Kaffee kochen.
* 500 Blatt waschen Ihre Wäsche.
* Mit 1000 Blatt können Sie 50 km fahren.

Achten Sie also vor allem auf die beiden folgenden Siegel:

FSC – Forest Stewardship Council

Die 1993 gegründete, gemeinnützige, international tätige Organisation, in der Umweltverbände, Sozialorganisationen, Forstbetriebe und Unternehmen der Holzverarbeitung zusammenarbeiten, setzt sich weltweit für eine ökologische und sozialverträgliche Waldbewirtschaftung ein. Sie vergibt das FSC-Gütesiegel für Produkte, deren Holz aus vorbildlich bewirtschafteten Wäldern stammt. Die Einhaltung der zehn weltweit gültigen FSC-Prinzipien wird überprüft: Jedes Unternehmen aus der Produktionskette – vom Forstbetrieb bis zum Handelsunternehmen – muss sich nach dem COC (Chain of Custody)-Standard des FSC zertifizieren lassen.

Umweltzeichen „Blauer Engel“
Als ältestes Umweltzeichen für Produkte und Dienstleistungen zeichnet der „Blaue Engel“ umweltgerechte, Ressourcen schonend hergestellte Produkte aus, die hohe Anforderungen an Gesundheit, Arbeitsschutz und Gebrauchstauglichkeit erfüllen. Das Gütesiegel ist in vier Kategorien unterteilt, die den jeweils wichtigsten Umweltfaktor hervorheben: Schutz des Klimas, Schutz der Gesundheit, Schutz des Wassers und Schutz der Ressourcen.


Leitungswasser als Durstlöscher?

Statistisch gesehen trinkt jeder Nordrhein-Westfale 125 Liter Mineralwasser pro Jahr. Das bedeutet: Tausende von Transportkilometern per LKW über die Autobahnen - mit den bekannten Folgen der Klimaschädigung und der Feinstaubbelastung -, überflüssiger Verpackungsmüll und Frischwasserverbrauch zum Reinigen der Flaschen.

Ein wesentlich umweltfreundlicherer Durstlöscher ist dagegen unser Leitungswasser. Sein Transportmittel ist lediglich das städtische Rohrleitungssystem. Und die Qualität des Leitungswassers in Nordrhein-Westfalen ist hervorragend! So kann jeder Einzelne ohne großes Opfer einen kleinen persönlichen Beitrag zum Umweltschutz leisten.

Wer wegen des Geschmacks dennoch nicht auf Mineralwasser verzichten möchte, sollte auf jeden Fall eines aus der Region wählen. Es gibt 23 Mineralbrunnen in unserem Land.

Oder lieber Apfelsaft?

Greifen Sie doch ab und zu zum Durstlöscher Apfelsaft. Unsere Apfelsaftaktion erbringt Jahr für Jahr gute Ergebnisse - kistenweise gesunden und leckeren Saft von Obstwiesen in und um Leverkusen. Mit dem Kauf dieses Apfelsafts leisten Sie auch einen Beitrag zur Erhaltung des für unsere Tierwelt so wertvollen Lebensraums Streuobstwiese.

Sie bekommen unseren Saft auf dem NaturGut Ophoven und in unserem InfoTreff in Manfort.