Hirschkäfer-Männchen (Photo: Klaus Storsberg)

Hirschkäfer (Lucanus cervus)

Der Hirschkäfer ist einer der größten europäischen Käfer und so selten geworden, dass er nach der Roten Liste Deutschlands als stark gefährdet gilt. In 2012 wurde er zum Insekt des Jahres gewählt, um auf die Art aufmerksam zu machen.

Wie der Name schon andeutet, hat der Hirschkäfer ein besonderes Merkmal: bei den Männchen ist der Oberkiefer (Mandibeln) in Form eines Geweihs vergrößert, während die Weibchen viel kleinere Kiefer ausbilden. Der Name kommt vom lateinischen "lucanus" (Waldbewohner) und "cervus" (Hirsch) und die Art gehört zu der Familie der Schröter. Die Männchen können bis zu stattlichen 7,5 cm und die Weibchen bis zu 5 cm lang werden mit einer schwarzbraunen Grundfärbung und braunroten Mandibeln.

Wenn man einen Hirschkäfer zu Gesicht bekommen möchte, dann sollte man sich gegen Ende Mai und Ende Juli in der Nähe von Eichenwäldern mit viel Totholz aufhalten. Das ist die Hauptflugzeit der Käfer, die als ausgewachsene Tiere gerade mal bis zu einem Monat leben. Die Eichen dienen als Nahrungsquelle, da die Käfer sich während dieses Monats lediglich von Pflanzensäften ernähren, die sie von der Rinde ablecken. Das Hauptziel ist, sich zu paaren und fortzupflanzen, wobei es bei den Männchen zu den bekannten Rangkämpfen kommen kann. Dabei versuchen die Männchen sich gegenseitig mit ihren Geweihen vom Ast zu stoßen, um dann vom Weibchen zur Paarung akzeptiert zu werden.

Noch viel wichtiger zum Erhalt der Art sind die toten und vielleicht schon vom Pilz befallenen Bäume. Diese dienen als Nahrung und Lebensraum der Larven, die je nach Holzbeschaffenheit 3 bis 5 Jahre brauchen (bis 8 Jahre sind möglich), um sich zu entwickeln. Solch eine lange Entwicklung ist in der Insektenwelt selten und für den Bestand der Art gleichzeitig etwas problematisch. Die Larven wachsen über eine lange Zeit im Verborgenen auf, was eine Beobachtung und Bestandsaufnahme der Art erschwert. Stark dezimierte Bestände brauchen eine lange Zeit, um sich wieder zu erholen und der Lebensraum der Larven, das Totholz, braucht einige Zeit, um die Struktur zu verlieren, bis es mürbe wird.

Daher ist es wichtig, Totholz nicht von unseren Wäldern zu entfernen und diesen Käfern, sowie vielen anderen Tierarten auch, ihre Fortpflanzung zu ermöglichen. Gleiches gilt auch bei Gärten, denn der Hirschkäfer nutzt gelegentlich außer Eichen auch Linden, Pappeln, Buchen oder Obstbäume.