Wettbewerb 2019 "Bunt statt Grau"

Melden Sie Ihren Vorgarten zum Wettbewerb 2019 an!

Der Vorgarten ist der Teil des Hauses, der Nachbarn, Freunden und Vorübergehenden einen Eindruck von den Bewohnern gibt. Er kann abwechslungsreich, freundlich, einladend sein – oder eine triste graue Schotterwüste, die keine Saite im Betrachter zum Klingen bringt…

Mit der dritten Auflage unseres Vorgartenwettbewerbs wollen wir dieser Unsitte etwas entgegensetzen, um die fortscheitende Verwandlung der Vorgärten unserer Stadt in trostlose Steinwüsten aufzuhalten. Sie sehen es beim Gang durch die Stadt: Wo es früher vor den Häusern grünte und blühte, sind die Farben allen Schattierungen von Grau gewichen und es sieht aus wie auf dem Gleisbett einer Bahnstrecke. Besonders in Neubaugebieten reihen sich die öden, lebensfeindlichen Geröllflächen aneinander, die keinen Raum mehr lassen für Pflanzen und Tiere und deren enormer Druck zudem jedes Leben im darunterliegenden Boden abtötet. Zudem stammen die Steine häufig nicht aus heimischen Steinbrüchen, sondern überwiegend aus China oder Indien, wo Kinderarbeit noch gang und gäbe ist.

Keine Erde, keine Pflanze, keine Farbe, kein Duft – so entfernen wir uns immer weiter von einer lebenswerten Umwelt, und das Projekt „Leverkusen summt“ verkommt zu einer bloßen Worthülse.

Wir wollen anregen, gegen den Strom zu schwimmen, weil wir wissen,

• dass Deutschland unter einem dramatischen Artenrückgang leidet: Mehr als ein Drittel aller Schmetterlings- und Wildbienenarten gelten als gefährdet oder ausgestorben;

• dass Vögel, Insekten und Pflanzen eine grüne Umgebung zum Überleben brauchen;

• dass gerade Vorgärten und kleine Grünflächen eine besondere Bedeutung für die Artenvielfalt haben: Pflanzenarten, Insekten und Vögel wandern auf der Suche nach Nahrung und Nistplätzen von "Trittstein" zu "Trittstein";

• dass auch das Klima in der Stadt profitiert, weil Grünflächen saubere, frische Luft liefern: Kies- und Steinflächen heizen sich dagegen stärker auf, speichern Wärme und strahlen sie wieder ab;

• dass sich Besitzer von völlig pflanzenfreien Schotterwüsten, die darauf hoffen, ein pflegeleichtes Areal zu haben, irren: organische Stoffe wie Flugsamen setzen sich in den Schotterbeeten fest und die Wildkräuter dann manuell zu entfernen, erfordert einen enormen Zeitaufwand – oder den Einsatz von Unkrautvernichtungsmitteln;

• dass jede kleinste nicht versiegelte Fläche die Versickerung von Regenwasser sichert: An heißen Tagen ist die Verdunstung auf den vielen kleinen Gartenflächen entscheidend für das Wohlbefinden im direkten Lebensumfeld der Menschen.

• dass ein lebendiger Garten Kindern, den eigenen oder denen des Nachbarn, der aus seinem Rasen die störenden Gänseblümchen heraussticht, eine Fülle von Dingen bietet, die ihre Neugier wecken und sicher auch ihre Fragelust.

Aus all diesen Gründen  wünschen wir uns statt lebensfeindlicher Steinteppiche farbenfrohe Oasen in unserer Stadt, die den Vorstellungen der englischen Schriftstellerin und Gartengestalterin Vita Sackville-West entsprechen:

„Der Vorgarten hat die Aufgabe, einen morgens mutig ins Leben zu entlassen und abends liebevoll zu empfangen.“

Wir freuen uns auf Ihre Bewerbung!
Formular zur Bewerbung

Ingrid Mayer (für das Team des Arbeitskreises Öffentlichkeitsarbeit)

So sehen Gewinner aus: Ilona Weidenmüller, Birgit Bauerdiek und Gisela Hanebutt (von links)

Wettbewerb 2018 "Bunt statt Grau"

Naturnahe Vorgärten -  Gewinner festgelegt

Im Frühjahr 2018 wurde der Wettbewerb „Bunt statt Grau“ ins Leben gerufen, bei dem sich Leverkusener BürgerInnen bei den Naturschutzverbänden melden konnten, um ihre Vorgärten von einer fachkundigen Jury nach den Kriterien für einen naturnahen Vorgarten begutachten zu lassen.

Am Montag, den 24.9.2018 wurden die Gewinner des Wettbewerbs bekannt gegeben: Ilona Weidenmüller, Birgit Bauerdiek und Gisela Hanebutt.  Sie alle haben in ihren Vorgärten kleine Naturparadiesen geschaffen, wo Tieren und Pflanzen ein Raum zum Leben gegeben wird.

Denn es fällt sicher jedem auf: Unsere Stadt wird grauer. Wo es früher vor den Häusern grünte und blühte, sieht es heute oft aus wie auf dem Gleisbett einer Bahnstrecke. „Schottergarten“ heißt diese neue Mode, die als „modern, unkrautfrei und pflegeleicht“ beworben wird und besonders in Neubaugebieten um sich greift. Da reihen sich oft die öden, trostlosen Steinwüsten aneinander. Sie lassen keinen Raum mehr für Pflanzen und Tiere und töten zudem jedes Leben im darunterliegenden Boden.

In dem „Forderungskatalog zur Stadtnatur“  appellieren die Naturschutzverbände an die Kom-mune, mit Gestaltungssatzungen dagegen zu halten.

Aber schon jeder Einzelne kann dazu beitragen, unsere Stadt bunter und lebenswerter zu gestalten. Mit dem Vorgartenwettbewerb wurden Menschen gesucht, die sich gegen den Modetrend der Schottergärten gestellt haben und ihren Platz vor der Haustür zu einem artenreichen Lebensraum mit blühenden einheimischen Pflanzen und Wildkräutern und damit zu einem „Büffet“ für Insekten und Vögel gemacht haben.

Gerade Vorgärten und kleine, grüne Flächen haben eine besondere Bedeutung für die Artenvielfalt und das Klima in der Stadt. Sie bilden ökologische Trittsteine für vielfältige heimische Pflanzenarten, Insekten aller Art und Vögel, die hier Nahrung und Unterschlupf finden können.

Die Freude am Wechsel der Jahreszeiten, am Duft-  und Formenreichtum der Pflanzen, am Entdecken des Kleinen und Unscheinbaren bekommt man bei jedem Schritt aus dem Haus gratis dazu!