Insekten in Gärten

Kleine Tiere von großer Bedeutung

 

Mehr Natur in Dorf und Stadt

Mehr als 25 Jahre ist es her, dass die Broschüre „Insekten in Gärten“ im Rahmen der BUND-Kampagne „Mehr Natur in Dorf und Stadt“ erschien, aber die Einladung, den eigenen Garten so zu gestalten, dass er möglichst vielen Lebewesen Raum bietet, behält ihre Gültigkeit.

Dabei gehören die Insekten allerdings nicht gerade zu den beliebtesten Mitbewohnern, wenn man von Tagfaltern und Marienkäfern einmal absieht. Tatsächlich sind sie aber eine Tiergruppe der Superlative. Sie stellen drei Viertel aller Tierarten, haben sich an Land, im Wasser und in der Luft alle Lebensräume erschlossen und weisen die größte Vielfalt an Formen, Farben und Verhaltensweisen auf.

Die Hautflügler
Nach den Käfern und Schmetterlingen sind die Hautflügler die drittgrößte Insektengruppe der Welt. Bei uns leben etwa 10 000 Arten, von denen die allermeisten uns unschätzbare Dienste erweisen: Die unzähligen Schlupfwespen etwa regulieren als Parasiten die Bestände anderer Insekten, die Ameisen tragen wesentlich zur Durchlüftung und Verbesserung des Bodens bei, Bienen und Hummeln sind als Bestäuber vieler Blütenpflanzen unersetzlich. Und die Beobachtung der faszinierenden Verhaltensweisen dieser Tiergruppe vermittelt eine Ahnung von der Komplexität des Naturhaushalts und schafft so die Voraussetzungen für das so notwendige Begreifen ökologischer Zusammenhänge.

Alarmierender Rückgang
Wie in so vielen anderen Bereichen der Natur ist auch bei den Hautflüglern in den letzten zwanzig Jahren ein beängstigender Rückgang der Vielfalt zu beobachten. Eine der wichtigsten Ursachen ist ohne Zweifel die chemische Belastung der Umwelt. Viele Hobbygärtner glauben immer noch, auf Insektizide nicht verzichten zu können, und der Einsatz von Chemie in der Landwirtschaft ist nach wie vor immens.

Aber auch Wohnungsmangel setzt den Hautflüglern zu. Immer mehr alte Zäune und Scheunen mit ihrem mürben Holz verschwinden, Gartenwege werden plattiert oder betoniert, Böschungen und aufgelassene Sandgruben durch „Pflegemaßnahmen“ in einen Zustand versetzt, der sie als Brutplatz ungeeignet macht.

Schlupfwespe bei der Eiablage in eine Blattlaus (nach ASKEW 1971)

 

Schutzmöglichkeiten

Mit ganz einfachen Mitteln kann ein Garten zum Refugium für Insekten aller Art werden:

  • Lassen Sie an einigen Stellen Laub und Zweige, Steine und totes Holz als Unterschlupf für Laufkäfer und Kurzflügler liegen.

  • Schneiden Sie Stauden nicht im Herbst, sondern erst im nächsten Frühjahr herunter. So können viele Käfer- und Hautflüglerarten in Ruhe darin überwintern.

  • Schaffen Sie Nistmöglichkeiten für „solitär“, das heißt allein lebende Bienen- und Wespenarten, indem Sie Nisthölzer oder Bündel hohler Stängel aufhängen – Material dazu liefern Brombeeren und Holunder, Buddleia und Königskerze, aber auch Stroh- oder Schilfhalme. Ohrwürmer freuen sich, wenn Sie mit Holzwolle gefüllte Blumentöpfe in den Bäumen aufhängen. Bauanleitungen finden Sie bei uns!

  • Sorgen Sie das ganze Jahr über für ein reiches Blütenangebot und bevorzugen Sie dabei die ungefüllten Sorten. Geben Sie auch hier und da „Unkräutern“ eine Chance – Nektar und Pollen sammelnde Insekten wie Schmetterlinge, Hautflügler und Fliegen werden es Ihnen danken!

Da Sie auf diese Weise auch die Räuber und Parasiten unter den Insekten fördern - Marienkäfer und Florfliegen, Schwebfliegen und Schlupfwespen – können Sie getrost auf den Einsatz von Giften verzichten, die nicht nur die „Schädlinge“ vernichten, sondern auch so manche Vogelbrut und auf Umwegen doch nur wieder in unserem eigenen Körper landen.

Ingrid Mayer

 

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