Gehörnte Mauerbiene (Osmia cornuta)

Die gehörnte Mauerbiene ist eine solitär lebende hummelartige Wildbiene, die man im Frühling gut beobachten kann. Man erkennt sie am schwarzen Körper und einem rötlichen Pelz auf dem Hinterleib. Die Männchen haben weiße Behaarung auf dem Kopf und die Weibchen besitzen zwei kleine Hörner auf dem Vorderkopf.

Diese Art bervorzugt wärmere Gegenden und ist daher öfter im Süden Deutschlands aber auch in der Nähe von Wohnsiedlungen und sogar Städten zu finden. Als Nahrung braucht sie viele blühende Frühlingsblumen und auch Obstbäume besucht sie gerne. Als besonderes Merkmal zu erwähnen, ist die Bauchbürste, die sie zum Sammeln des Pollens benutzt. Diese befindet sich auf der Unterseite des Hinterleibs. Sie wird als zuverlässiger Bestäuber geschätzt, da sie sehr effizient dieser Aufgabe nachgeht. In der Landwirtschaft sollte sie daher einen wichtigen Stellenwert einnehmen.

Es gibt nur eine Generation im Jahr, die gegen März aus den Nestern schlüpft und dann ihre vier bis sechswöchige Flugzeit der Paarung und dem Nestbau widmet. Dabei ist sie bei Nistmöglichkeiten flexibel und nimmt auch gerne Nisthilfen aus verschiedenen Materialien an. Sie nistet vor allem in horizontalen Hohlräumen in Nähe von größeren Freiflächen wie Mauern, Hauswände und Steilhänge. Nur nutzt sie solche Nistmöglichkeiten am liebsten nur einmal. Wer also Nisthilfen im Garten zur Verfügung stellt, sollte möglichst jährlich neue Materialien bereit stellen  (nachdem die Bienen geschlüpft sind!).

In einer Röhre können bis zu zwölf Brutzellen angelegt werden, wobei die Weibchen in den hinteren Zellen zu finden sind und die Männchen vorne. Im nächsten Jahr schlüpfen die Männchen zuerst und warten auf die Weibchen, damit sie sich paaren können. Die Brutzelle wird mit einem Pollen-Nektar-Gemisch gefüllt, dann ein Ei darauf gelegt und die Zelle mit Lehm, das mit einem Drüsensekret vermischt wird, verschlossen. Der Bau des Nestes dauert nur ein bis zwei Tage, dann zieht das Weibchen weiter und das Nest ist sich selbst überlassen.

Die geschlüpfte Larve lebt nun drei bis vier Wochen vom Pollen-Nektar-Gemisch und spinnt dann einen Kokon, in dem sich sich zu einer fertigen Biene entwickelt. Sie überwintern in der Brutzelle als adulte Biene bis zum nächsten Frühling.

Diese Art ist durch ihre Flexibilität bei Nahrung und Nestbau nicht gefährdet, so wie es bei manch anderen spezialisierten Wildbienen der Fall ist. Es ist eine friedliebende Art und sie sieht ihrer nahen Verwandten der Roten Mauerbiene (Osmia bicornis oder rufa) ähnlich, die auch in kälteren Gegenden vorkommt.