erwachsener Habicht (Foto: Klaus Storsberg)

Der Habicht (Accipiter gentilis)

Wegen seiner Vorliebe für Tauben und Fasane wird der Habicht immer wieder illegal getötet. Der Naturschutzbund Deutschland macht mit der Wahl des Habichts zum Vogel des Jahre 2015 auf diese illegale Jagd auf Greifvögel aufmerksam.

Der Habicht ist eigentlich ein scheuer Waldvogel und führt ein eher verstecktes Leben. Größenmäßig ist er mit dem Bussard vergleichbar, von dem er sich im Flug aber gut an seinem langen Schwanz unterscheidet. Er ist perfekt an schnelle Kurzstreckenflüge angepaßt. Durch seine kurzen Flügel und den langen Schwanz ist er außergewöhnlich wendig, so dass er auch in dichtem Unterholz jagen kann

Im Gegensatz zu Mäusebussarden kreisen sie selten am Himmel auf der Suche nach Beute. Stattdessen halten sie gern von einem geschützten Ansitz aus Ausschau und spurten dann mit wendigen Manövern auf ihre Beute los. Meist sind das Vögel wie Tauben, Elstern und Krähen, aber auch kleine Säugetiere wie Eichhörnchen, Ratten oder Hasen und Kaninchen

Nach aktuellen Erfassungen leben in Deutschland 11.500 bis 16.500 Brutpaare. In NRW brüten schätzungsweise 2.100 Habichtpaare.

Da es immer weniger unberührte Wälder mit alten Bäumen gibt, zeigen sich einige Habichte sehr flexibel und haben sich für ein Leben in der Stadt entschieden und sich zum Beispiel in Köln niedergelassen. In der Stadt fressen sie dann auch Ratten. Gefahr für die wendigen Jäger geht dort von "unsichtbaren" Glasscheiben aus.

Zum Brüten im Wald brauchen Habichte zum einen ältere Bäume, auf die sie ihre ausladenden Horste bauen können und zum anderen Ruhe. Motorsägen zur Brutzeit irritieren Habichte, aber auch viele andere Brutvögel. Haben sich zwei Habichte gefunden, halten sie sich die Treue und brüten am liebsten in ihrem angestammten Revier. Habichte sind ungleiche Paare: Die Weibchen sind deutlich größer als die Männchen.

Zum Schutz des Habichts stellt der NABU und LBV die Forderung auf, dass in der Umgebung von Greifvogelnestern Horstschutzzonen eingerichtet werden, in denen Forstwirtschaft und Jagd vor allem während der Brutzeit zwischen März und Juni ruhen sollten.


Vom Jäger zum Gejagten

Der Habicht ist - wie viele andere Greifvögel - immer noch der illegalen Verfolgung ausgesetzt, obwohl die Jagd auf den Habicht seit über 40 Jahren verboten ist!

Sie werden abgeschossene, vergiftete oder gefangen (Habichtfangkörbe) - das ist nach wie vor leider trauriger Alltag. Es gibt immer noch einzelne Jäger, die ihn als Konkurrenten bei der Jagd auf Hasen und Fasane sehen. Und auch bei Geflügel- und Taubenzüchtern ist der Habicht nicht besonders beliebt.

Aktuell aufgestellte Fallen, vergiftete oder angeschossene Greifvögel können ab sofort unter der Telefonhotline 030-284984-1555 gemeldet werden. Unter dieser Nummer bieten Experten Hilfe beim Erkennen, Dokumentieren und Anzeigen illegaler Aktivitäten.

Wenn eindeutig eine Straftat vorliegt, rufen Sie bitte unmittelbar die örtliche Polizei an (über die Notrufnummer 110). Fordern Sie die Beamten auf, einen Streifenwagen zu schicken. Es handelt sich bei illegaler Greifvogelverfolgung um eine Straftat.