Die Sandbirke (Betula pendula)

Baum des Jahres 2000

Weißbirke und Hängebirke sind weitere Namen für "Betula pendula", die mit ihrer weithin sichtbaren weißen Rinde überall auf sich aufmerksam macht. Bei einer Wuchshöhe von 20-30 m und einem Stammumfang von 40-60 cm kann die anmutige sommergrüne Sandbirke ein Höchstalter von 120 Jahren erreichen. Ihre Blüten stehen in Kätzchen, männliche und weibliche sorgfältig getrennt, deren Pollen schon im April weithin durch die Luft getragen werden; die Früchte, winzige Nüsse mit zwei Flügeln, segeln von August bis zum Herbst zu Millionen aus Birkenkronen herunter. Ihre äußerst bescheidenen Standortansprüche - Charakteristikum einer Pionierbaumart - lassen die Birke auch mit den ärmsten Rohböden zufrieden sein; so besiedelt sie neben sandigen Böden auch Heiden und Moore. Dank dieser Anspruchslosigkeit und wegen ihrer Schönheit gilt sie als sehr wertvoll in der Garten und Landschaftsgestaltung.

Von den vielen tierischen "Birkenliebhabern" seien hier nur der Birkenpilz, der hübsche Birkenzipfelfalter und natürlich der Birkenzeisig genannt. Vielfältig ist auch der Nutzen, den der Mensch seit jeher aus Rinde, Blättern und Holz zog und zieht: "Schreibpapier", Haarbalsam, Tee, Salbe, Reisigbesen, Kaminholz etc. Dass auch die Forstleute im Auswahlgremium "Baum des Jahres" ihre Stimme der Birke gaben, stimmt hoffnungsfroh: Naturnahe Waldwirtschaft beginnt sich durchzusetzen! Beheimatet ist die Sandbirke in Europa - vom hohen Norden bis in Teile Südeuropas - und fast überall hat sie auf Brauchtum, Kunst und Literatur Einfluss genommen. Dank ihrer "Grenzenlosigkeit" ist sie ein schönes Symbol für das Jahr 2000.

Die Birke

Eines Dichters Traumgerank
Mag sich feiner nicht verzweigen,
Leichter nicht dem Winde neigen,
Edler nicht ins Blaue steigen.

Zärtlich, jung und überschlank
Lässest du die lichten, langen
Zweige mit verhaltnem Bangen
Jedem Hauche regbar hangen.

Also wiegend leis und schwank
Willst du mir mit deinen feinen
Schauern einer zärtlich reinen
Jugendliebe Gleichnis scheinen.

Hermann Hesse