Platz für Naturschutz ist überall - selbst auf dem Balkon!

  • Wildblumen im Blumenkasten
    (statt Geranien lieber Goldkosmos, Goldlack, Fächerblume, Kapuzinerkresse)

  • heimische Wild- oder Gartenstauden als Kübelpflanzen

  • Kletterpflanzen im Balkonkübel

  • Nisthilfen für Vögel und Insekten

Insektenfreundliches auf kleinstem Raum 

Inzwischen ist für viele der Rückgang der Insektenzahlen kein neues Thema mehr und manch einer fragt sich vielleicht, wie er die Sechsbeiner unterstützen kann, auch wenn er keinen Garten oder nur einen kleinen Balkon hat.
Aber sogar dann kann jeder, der möchte, etwas tun. Schon ein Blumentopf mit einer Pflanze auf der Fensterbank, an der sich Wildbienen, Schmetterlinge und Co. stärkenden Nektar oder Pollen abholen können, ist eine große Hilfe. Und je mehr Menschen mitmachen und sie auf ihrem kleineren oder größeren Platz, den sie haben, mit den „richtigen“ Blumen unterstützen, desto besser ist es für die kleinen Flieger.

Keine großen Abstände…

Denn für die Insekten ist es nicht nur wichtig, dass überhaupt Nahrung zur Verfügung steht, sondern auch, dass die Abstände zu den einzelnen Nährstoffquellen nicht zu groß sind. Wenn die Wildbienen Pollen und  Nektar zusammensuchen, müssen sie viele, viele Male fliegen, bis sie eine „Überlebensportion“ für ihre Nachkommen zusammengetragen haben. Sie legen ihre Eier dann in einer Nisthilfe oder an einem natürlichen Nistplatz zusammen mit Pollen und Nektar ab.

Und etwas für den Durst…

Und auch Wasser ist wichtig. Hier bietet sich z. B. ein kleiner Pflanzenuntersetzer an, in den man am besten einige flache Kiesel oder Ähnliches hineinlegt. Oft bleiben die Insekten zwar am Rand sitzen, um zu trinken, aber sie sollen ja auch nicht ertrinken, wenn sie die Mitte der Schale ansteuern. Gerade in so einem heißen und trockenen Sommer wie 2018, ist diese Unterstützung sehr wichtig. Denn es existieren immer weniger natürliche Gewässer und Pfützen, in denen sie ihren Durst stillen können.

Welche Pflanzen sollen es denn nun sein…  

Wichtig ist, dass die Blüten natürlich sind - und nicht  „gefüllt“. Die gefüllten Blüten sind gezüchtet und sind zwar üppig und für das Auge schön - selbst Insekten zieht die vielversprechende Aussicht an – doch in diesen Blüten finden sie nicht den stärkenden Nektar oder Pollen. Für die Insekten bedeutet das: schon wieder Kraft umsonst verbraucht..
Manche Wildbienen starten schon früh im Jahr und einige begleiten uns sogar bis in den September oder Oktober hinein. Deshalb tut es Not, über viele Monate im Jahr hinweg, passende Nahrung anzubieten.


Im März blühen z. B. Erika, Scharbockskraut, Lungenkraut, Zwergmispel, Schlehe und Krokus.
Im April kommen Günsel, Waldmeister, Zwergmispel, Kerbel, Schöterich, Gundelrebe, Taubnessel, Platterbse, Spitzwegerich, Fingerkraut, Schlüsselblume, Scharfer Hahnenfuß, Thymian, Ehrenpreis und Fingerkraut hinzu.
In den nächsten Monaten wird das Angebot immer reichhaltiger und erst ab September, oder je nach Witterungsverlauf im Oktober wird es viel weniger. Hier helfen dann den ausdauerndsten Insekten unter anderem folgende Pflanzen weiter:
Efeu, Natternkopf, Heidekraut, Sonnenröschen, Habichtskraut, Steinklee, Resede, Salbei, Ziest, Eisenhut, Zahntrost, Wiesenferkelkraut, Flockenblume, Margerite, Kornblume, Schöllkraut und Wegwarte.
Wenn nur Platz für einen Blumentopf ist, erfreut Mensch und Tiere sicher ein schöner Lavendel auf der Fensterbank oder blühende Küchenkräuter.

Unter folgendem Link finden Sie eine umfangreiche Pflanzenliste für einen „Blühenden Balkon“:
http://www.bluehende-landschaft.de/fix/doc/NBL-30_Liste_Bl%FChender_Balkonkasten-2016.pdf
Hier sind insektenfreundliche Pflanzen mit Blütezeit, Höhe, Standortansprüchen und welche Insekten von ihnen am meisten profitieren aufgelistet.
Weitere Anregungen finden Sie im Netz z. B. unter den Stichworten „insektenfreundliche Gärten“, „insektenfreundlicher Balkon“, insektenfreundliche Pflanzen“, „heimische Pflanzen für Wildbienen und Schmetterlinge“ usw.

Verantwortlich sein !…

Je mehr Menschen sich verantwortlich fühlen, umso mehr helfen wir den Insekten und letztendlich tun wir auch uns selber etwas Gutes. Denn neben der Freude an blühenden Pflanzen und dem Beobachten der schönen Tierchen helfen wir auch, den Bestäubern unserer Nutzpflanzen ein Leben zu ermöglichen und den folgenden Generationen diese interessanten Tiere zu erhalten.