BUND-Ausstellung von NABU Leverkusen und BUND in Kooperation mit dem NaturGut Ophoven

„Brennpunkt Klimawandel“

Die kostenlose Ausstellung über den Klimawandel fand vom 26.7 – 5.8 im Kinder- und Jugendmuseum EnergieStadt auf dem NaturGut Ophoven statt.

Der Klimawandel ist längst kein abstraktes, wissenschaftliches Phänomen mehr. In vielen Teilen der Welt und auch hier bei uns sind die ersten Folgen der Erderwärmung längst spürbar. Der neue Klimabericht der Vereinten Nationen, der dieses Jahr in Paris erschienen ist, unterstreicht eindrucksvoll, dass Klimawandel Realität ist: Elf der letzten zwölf Jahre waren die wärmsten seit Beginn der Temperaturaufzeichnungen.

Die Ausstellung des BUND hat Einblick in die Auswirkungen des Klimawandels auf zehn Regionen unserer Erde gegeben, indem beispielhaft die konkreten Folgen in der Region den Verursachern des Klimawandels gegenübergestellt wurden – und sie ludt zum Handeln ein. Niemand kann das Klima alleine retten, aber Industrienationen wie Deutschland müssen ihren entscheidenden Anteil leisten. Für uns gilt es unseren heutigen CO2

–Ausstoß bis 2050 um 60 bis 80% zu senken!

Ein unerfüllbares Ziel? Keineswegs, sagen Ingrid Mayer und Waltraud König-Scholz, die Kreisgruppensprecherinnen des BUND Leverkusen! Wenn wir unseren Ausstoß jedes Jahr um nur 3% reduzieren, können wir dieses Ziel erreichen. Und die übergeordneten Wege dorthin? Vier sind es, mehr nicht!

1.

Erneuerbare Energien ausbauen

 

Bis jetzt ist Deutschland weltweites Vorbild. Bringen Sie als Verbraucher die Energiewende voran und wechseln Sie zu einem Ökostromanbieter.

2.

Dezentrale Kraftwerke statt Kohle

 

Die neuen großen Kohlekraftwerke müssen verhindert werden. Eine viel höhere Effizienz haben dezentrale Blockheizkraftwerke, die nicht nur Strom, sondern auch Wärme für die umliegenden Siedlungen produzieren.

3.

Benzinverbrauch halbieren

 

Da sich die Autohersteller dem Klimaschutz verweigern, muss die EU verbindliche Verbrauchsgrenzwerte durchsetzen. Wer heute ein 5-Liter-Auto kauft, reduziert den CO2 –Ausstoß erheblich.

4.

Strom- und Wärmeverschwendung beenden

 

Wer Stromfresser zu Hause abschaltet und für Wärmedämmung sorgt, spart eine Menge Geld und schützt das Klima.

Paul Kröfges, der Vorsitzende des BUND-NRW, geißelte bei der Eröffnung der Ausstellung den Braunkohletagebau in NRW und legte dar, dass ein Drittel des deutschen Kohlendioxidausstoßes hier stattfindet – ein Tonnenbetrag in dreistelliger Millionenhöhe im Jahr. „Somit sind wir nicht nur das Industrieland, sondern auch das Klimakillerland Nummer eins in Deutschland“, betonte er. Frank Stein, Umweltdezernent der Stadt Leverkusen, erinnerte an den Al-Gore-Film zum Klimawandel und zählte die Maßnahmen der Verwaltung zum Klimaschutz auf.

Waltraud König-Scholz wies darauf hin, dass Problembewusstsein allein nicht helfe, entscheidend sei die Umsetzung der Lösungsansätze. Stimmen aus Politik und Wirtschaft beklagten allerdings bei allen Vorschlägen die zu hohen Kosten und argumentierten mit dem so beliebten Schlagwort der "Schwächung des Wirtschaftsstandorts Deutschland." Diese hätten jedoch den jüngsten Bericht (Mai 2007) des UN-Klimarates noch nicht gelesen. Dieses Gremium (es wurde bereits 1988 gegründet und besteht aus 2500 Wissenschaftlern aus 135 Ländern) stellt fest, dass die schlimmsten Folgen der Erderwärmung mit einem Kostenaufwand von nur einem Tausendstel der Weltwirtschaftsleistung abgewendet werden könnten, wenn der CO2 - Anstieg bis 2015 gestoppt werde. 20mal teurer würde es, nichts zu tun!

Aber Gott sei Dank müssen wir ja die Umsetzung nicht der Politik allein überlassen: Sie fängt nämlich bei jedem von uns an, betonte Ingrid Mayer und gab zusammen mit Waltraud König-Scholz ein paar leicht durchzuführende und dennoch effiziente Tipps zum Klimaschutz. Sie verwies z. B. auf den enormen Anteil unseres Essens an der globalen Erderwärmung: 20% der Treibhausgase, d.h. ein Fünftel!, gehen auf das Konto der Ernährung! Hier nur zwei Zahlen, die belegen, wie jeder durch eine Umstellung seiner Ernährungs- und Einkaufsgewohnheiten das Klima schützen kann:

 

Erstens: Der Bio-Landbau spart bis zur Hälfte der klimaschädlichen Treibhausgase im Vergleich zu der konventionellen Landbau.
Zweitens: Um 1 Kilo Rindfleisch herzustellen, wird 43mal so viel Treibhausgas freigesetzt wie bei der Erzeugung von 1 Kilo Gemüse.

Eine Auswahl weiterer Energiespartipps - „Kochen nur mit Deckel“, „Ins Lager der Energiesparlampennutzer wechseln“, „Kurz duschen statt lange baden“, „Nicht von Köln nach Hamburg fliegen, sondern die Bahn nehmen“ u. v. a. m. - führten zu lebhaften Diskussionen bei Bio-Kaffee und Bio-Apfelsaft.

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