Vogelzählungen sind notwendig, um die Entwicklung der Vogelwelt in Deutschland zu erkennen und ggfs. Maßnahmen zum Schutz der Vögel ergreifen zu können. Immer wieder spannend ist der Durchzug der Kraniche im Frühjahr und im Herbst über Leverkusen. Durch Ihre Meldung der Beobachtungen gewinnen die Kranichfachleute wichtige Grundlagenerkenntnisse über diesen "Vogel des Glücks".


Amseln im Garten – keine Selbstverständlichkeit!

Wer kennt es nicht: das malerische Bild der tirilierenden Amsel auf dem Dach - ihr Gesang hat schon viele Leverkusener erfreut!

Wie wichtig auch die Beobachtung dieser „normalen Allerweltsvögel“ ist, zeigte das rätselhafte Amselsterben im Sommer 2012. Die Vogelschützer in Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Hessen konnten sehr viel weniger Amseln als in den Vorjahren zählen.

Dann wurden auch noch viele tote Amseln gefunden. Die Analyse zeigte, dass sie durch das Usutu-Virus gestorben sind. Überträger der aus Afrika stammenden Krankheit sind ausschließlich Stechmücken.

„Mit dem Einzug winterlicher Kälte sind kaum noch Stechmücken unterwegs, die Vögel infizieren könnten“, so der NABU-Vogelschutzexperte Nipkow. Es besteht die Aussicht, dass die Amseln in wenigen Jahren immun gegen das Usutu-Virus sind.

Das Virus zeigte sich in Europa erstmals vor zehn Jahren in Wien. Damals starben auch dort hauptsächlich Amseln. Das nach einem Fluss im südlichen Afrika benannte Usutu-Virus ist für Menschen harmlos, betroffen sind vor allem Vögel. „Bei den meisten Vogelarten verläuft die Krankheit ohne äußere Symptome. Infizierte Amseln jedoch zeigen struppiges Gefieder im Hals- und Kopfbereich, oft mit heller Verfärbung, apathisches Verhalten und Bewegungsstörungen“, erklärt Nipkow.

Der NABU wird die weitere Entwicklung im Auge behalten, denn mit Usutu-Infektionen ist auch im kommenden Jahr zu rechnen. Andererseits hat sich in Österreich und anderen Ländern gezeigt, dass innerhalb weniger Jahre eine Immunisierung der Vögel einsetzt. Dann könnten sich die Bestände wieder erholen.

In Leverkusen gab es bisher noch keine derartigen Probleme. Da sich aber ein Virus schnell ausbreiten kann, bitten wir alle Leser, im nächsten Frühjahr genau darauf zu achten und uns besondere Vorkommnisse zu melden.  

Dr. H.-M. Kochanek

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